Den Blick über den Tellerrand wagen, die Komfortzone verlassen, den eigenen Horizont erweitern – es gibt viele Gründe, warum sich immer wieder junge Menschen dazu entscheiden, für eine gewisse Zeit in einem anderen Land zu leben. Auslandssemester sind da die ideale Möglichkeit.

 

Rund 100 Partnerhochschulen in der ganzen Welt besitzt die HdM. Ob Irland, Chile, Schweden oder die USA – die Auswahl ist groß! Ein vereinbartes Kontingent an Plätzen garantiert, dass die Studierenden der HdM keine Studiengebühren zahlen müssen. Ein Angebot, das viele nutzen. Und so kommt es immer wieder vor, dass es mehr Bewerber als verfügbare Plätze gibt.

Um die Sichtung der Bewerbungen, die Auswahl – eventuell ergänzt durch Auswahlgespräche – sowie die anschließende Nominierung und Anmeldung an der Partnerhochschule kümmert sich das Akademische Auslandsamt (AAA) der HdM. Hierbei handelt es sich um die zentrale Anlaufstelle für sämtliche Auslandskontakte und Hochschulpartnerschaften. Ebenso gibt das AAA Auskunft über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes – sei es der Antrag auf AuslandsBaFöG oder die Bewerbung um Stipendien wie ERASMUS+ innerhalb der EU, das Baden-Württemberg-STIPENDIUM und PROMOS außerhalb der EU.

Zweimal im Jahr werden an der HdM Austauschplätze vergeben. Die letzte Bewerbungsfrist endete im Dezember vergangenen Jahres. Seitdem haben bereits einige Studierende – darunter auch viele Medienmaster – ihre ersehnte Zusage erhalten. Andere müssen sich noch etwas gedulden.

 

Für alle, die ihr eigenes Auslandssemester nicht abwarten können, haben wir als kleinen Vorgeschmack mit Joelle Mittnacht gesprochen. Die Masterstudentin der Unternehmenskommunikation hat das vergangene Semester an der Università degli Studi di Salerno (UNISA) in Italien verbracht.

 

Joelle, warum hast du dich für ein Auslandssemester entschieden?
Generell halte ich es für wichtig, mal aus der gewohnten Umgebung herauszukommen, und – neben der Sprache – auch Einblicke in eine andere Kultur zu erhalten. Außerdem wollte ich gerne noch einen anderen Universitätsablauf kennenlernen. Vor allem habe ich mich natürlich darauf gefreut, Studenten aus den verschiedensten Ländern kennenzulernen und internationale Freundschaften zu schließen. Nach dem Abitur hatte ich direkt mein Bachelorstudium begonnen, unmittelbar gefolgt vom Master an der HdM. Jetzt wollte ich einfach die vorerst letzte Gelegenheit nutzen, vor meinem Abschluss ein freiwilliges Auslandssemester zu machen.

Joelle Mittnacht hat ein Semester in Italien verbracht

 

Und warum dann für Italien?
An erster Stelle war es mein Ziel, meine Sprachkenntnisse zu verbessern – sowohl englisch als auch italienisch. Das hatte ich zwar schon in der Schule gehabt, aber erst im jeweiligen Land lernt man die Sprache ja richtig gut! Zudem hatte ich für Italien auch gute Chancen, einen Platz zu bekommen, da Sprachkenntnisse in A2 verlangt wurden. Was mich noch an Italien reizte? Natürlich das schöne Wetter (wir hatten einen sehr milden Winter mit Badetemperaturen bis Ende November!), die vielen Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten und, nicht zu vergessen, la dolce vita!

 

Isola Procida

 

La Dolce Vita – auch kulinarisch!

 

Ein paar Bewerber müssen ja gerade noch auf eine Antwort des Akademischen Auslandsamtes warten. Wann kam denn bei dir damals die Zusage?
Das war am 25. Februar letzten Jahres.

Vom Studium in Deutschland zum Studium in Italien – was war für dich die größte Umstellung?
Die Unterschiede reichten von der Organisation über die Kommunikation bis hin zum Alltäglichen. So waren beispielsweise keine genauen Semesterzeiten einzusehen, da diese fakultätsabhängig sind. Die Vorlesungen fanden überwiegend in Form von Frontalvorträgen und dann auch auf Italienisch statt. Das war auf jeden Fall gut für meine Sprachpraxis! Außerdem konnte es passieren, dass alle Studenten – sei es bei einem Einstufungstest oder einem Examen – zur selben Uhrzeit bestellt wurden und man dann warten musste. Die Italiener sind aber flexibel und so kommt es vor, dass der Doktorand dann einfach einspringt und parallel prüft. Flexibel musste ich auch sein, da alle Kurse, die ich mir vorab in meinem Learning Agreement herausgesucht hatte, nicht stattfanden. Da es sich aber um freiwillige Zusatzleistungen handelte, war das aber kein Problem.

Und freust du dich auch wieder ein bisschen, zurück zur HdM zu kommen?
Wenn ich in zwei Wochen zurück nach Deutschland fliege, geht es für mich erst einmal ins Praxissemester. Im Wintersemester bin ich dann aber wieder für meine Masterarbeit an der HdM. Dort freue ich mich vor allem auf die gute Organisation. Natürlich muss ich mich dann auch erstmal wieder an die deutsche Pünktlichkeit gewöhnen und entschuldige mich schon einmal jetzt, falls ich zu Treffen etwas später kommen sollte ;-)

Alle Fotos stammen von Joelle Mittnacht.