Wenn man sonntags um 22:30 Uhr im Online-Shop die Infos zu den Versandkosten nicht findet, können sie ganz hilfreich sein: Chatbots. Sie sind allzeit verfügbar und antworten in Sekundenschnelle. Mittlerweile sind sie fest in unserem Alltag verankert, genau wie die intelligenten Sprachassistenten Alexa, Siri oder Google Home. Warum wir mittlerweile auf Voice User Interfaces und Chatbots angewiesen sind, bespricht Sina Scheying in der Radiosendung Zukunftsmusik auf HORADS 88,6 mit ihren Experten Moritz Luppold und Sarah Thum. Moritz recherchierte dazu ausführlicher zum Thema Usability bei Voice User Interfaces und Sarah beschäftigte sich tiefgehend mit den Themen automatisierte Texterstellung und Roboterjournalismus. 

Die meisten Menschen werden wohl schon im Bereich E-Commerce auf Chatbots gestoßen sein. In Online-Shops oder Support-Foren helfen sie beim schnellen und menschenunabhängigen Beantworten von Fragen. Mittlerweile ist die Technik so weit, dass die Dialogsysteme Nutzerprofile erstellen und so ihre Antworten sogar personalisieren können. Aber das ist längst noch nicht alles: Es gibt Chatbots, die nach geeigneten Flugtarifen suchen, die Nutzer auf passende Jobs aufmerksam machen oder als Rechtsberater fungieren können.

In China ist man sogar noch einen Schritt weiter: Über das WhatsApp-Pendant WeChat kann man Essen bestellen, Geld überweisen oder den nächsten Urlaub buchen, frei nach dem Motto: „Ok Google – buche meinen nächsten Urlaub!“ Die Menschen chatten also vermehrt mit Maschinen statt mit Menschen. Und auch die mündliche Konversation verändert sich durch das Fortschreiten der Voice User Interface Technologie, die beispielsweise in Alexa oder Siri verarbeitet ist. Das aber auch hier noch vieles in den Kinderschuhen steckt, musste so manch einer am eigenen Leib erfahren, wenn der Sprachassistent beispielsweise aus Versehen 40 statt 14 Kekspackungen bestellt. Wie die Usability bei solchen Systemen verbessert werden könnte, erklärt Moritz ausführlicher in der Sendung.

Weitere Bereiche, die einigen Revolutionen unterworfen sind, sind diejenigen, in denen es um die Erstellung von Texten geht. So können Roboter heutzutage schon Dank Machine Learning bestimmte Texte wie Wetter- oder Sportberichte oder auch ganze Reportagen selbst schreiben und es fällt zunehmend schwerer, maschinenproduzierte Texte von solchen zu unterscheiden, die Menschen verfasst haben. Auch hier ist die weitere Entwicklung noch ungewiss. Welche Chancen und Risiken die Technologie bietet, erzählt Sarah in der aktuellen Sendung.

Nächste Sendung

Die nächste Sendung Zukunftsmusik mit Themen aus der Vorlesung Digital Media Technologies läuft am 01. Februar 2018 zwischen 13-14 Uhr auf HORADS 88,6 und widmet sich dem Thema Sharing Economy.

Wer nicht so lange warten möchte, der testet einfach gleich selbst einen Chatbot in einem Online-Shop. Auch als kurzweiliger Zeitvertreib sind die Dialogsysteme gut zu gebrauchen. Auf die Frage, ob sie Musik mag, antwortete der Chatbot Clara: „Ich brauche keine Millionen, ich brauche keinen Pfennig zum Glück, denn alles was ich brauch das ist Musik, Musik, Musik. Lalalalala, dum di dum, yeah yeah!“ So ähnlich sind sich Mensch und Maschine also schon…

 

 

 

 

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