Gleich zweimal wurde die EMM-Studentin Verena Ecker für ihre Bachelorarbeit ausgezeichnet. Im Rahmen ihrer Thesis hat sie sich mit der technischen Seite des Filmens beschäftigt und war in Baumärkten und Stoffgeschäften unterwegs.

 

Bei Verena Ecker Zuhause türmen sich die Relikte ihrer Bachelorarbeit: stapelweise unterschiedliche Stoffe – von Möbelbezügen über Anzugstoffe bis hin zu Strumpfhosen. Sie alle sind entweder liniert, kariert oder besitzen eine andere Art von Raster. Fotografiert oder filmt man solche gerasterten Materialien, entstehen auf den Aufnahmen ungewollte Wellenformen. Dieses Phänomen wird als Moiré-Problem bezeichnet und war das Thema von Verena Eckers Bachelorarbeit.

Thesis mit vielen Freiheiten

Mittlerweile studiert Verena Ecker Elektronische Medien mit dem Schwerpunkt Audiovisuelle Medien. Auch ihren Bachelor in Audiovisuelle Medien absolvierte sie bereits an der Hochschule der Medien. Ihre Bachelorthesis schrieb die 24-Jährige bei dem Fotoapparathersteller Leica Camera, für den sie ein Testverfahren entwickelte, in dem unterschiedliche Kameras und ihr Umgang mit dem Moiré-Problem verglichen werden können. Bestehende Verfahren arbeiten hauptsächlich mit computergenerierten Mustern. Verena Ecker hingegen machte Filmaufnahmen von echten Materialien und Alltagsgegenständen, um möglichst realitätsnahe Ergebnisse zu erzielen. „Dieser experimentelle Teil der Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht“, erzählt die Studentin, „ich musste viele eigene Entscheidungen treffen, weil es so etwas in der Art noch nicht gab.“ Insgesamt erstellte Ecker in ihrer Arbeit Filmaufnahmen von 70 unterschiedlichen Materialien.

Zweimal für Bachelorarbeit geehrt

Die Mühe hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt. Für ihre Arbeit wurde Verena Ecker in diesem Herbst von der ARD.ZDF medienakademie mit dem zweiten Platz beim Förderpreis „Frauen + Medientechnologien“ ausgezeichnet. Im Mai gewann sie zudem den Hochschulabsolventenpreis der Fernseh- und Kinotechnischen Gesellschaft (FKTG). Inzwischen hat sie über das Thema ihrer Thesis sogar schon Vorträge gehalten und an Talkrunden teilgenommen. „Diese vielen positiven Rückmeldungen waren sehr motivierend“, erzählt Ecker.

Interesse bleibt bestehen

Auch heute, zwei Jahre nachdem die EMM-Studentin anfing, sich mit dem Thema zu beschäftigen, hat es sie nicht losgelassen. „Ich kaufe manchmal immer noch Stoffe, einfach weil mich das Thema selbst interessiert“, meint sie schmunzelnd. Im Moment arbeitet sie außerdem an einem kleinen Testaufbau für das Labor von Leica Camera. Ihre Masterarbeit möchte sie dennoch nicht im selben Bereich schreiben. „Eigentlich weiß ich nicht genug über Signalverarbeitung und Elektronik“, erklärt Ecker, „das frustriert mich auf die Dauer.“