Apa kabar? Bagus! Bali die Erste!


blog_bali

Während es die einen in die Metropolen dieser Welt verschlägt, zieht es die anderen auf die Insel. Die Rede ist von Bali. 3 Wochen sind vergangen und es gibt einiges zu berichten – dieser erste Blogbeitrag wird etwas länger ausfallen, verzeiht mir!

Wo soll man da anfangen? Das Leben, in welches wir hier eingetaucht sind, reicht von laut und dreckig über traumhaft und heiß bis hin zu günstig und genial. Weitere Synonyme könnten sein scharf, traditionell vs. touristisch, unverschämt schön und doch verschmutzt. Wir drei, Michael, Mathias und ich (Christina) sind auf einer Insel voller Gegensätze gelandet und haben es noch keine Sekunde bereut!

Die Anreise – lang, lustig, lohnenswert!

Angefangen hat alles mit einer etwas in die Länge gezogenen Anreise: 36 Stunden waren wir unterwegs – Stuttgart – München – Dubai – Singapur – Bali – aber jede Stunde war es wert um vor 3 Wochen hier anzukommen, um dann direkt ins kalte Wasser geschmissen zu werden: „Transport, transport?“ „Taksi, taksi?“ Empfohlen wird hauptsächlich, mit dem sogenannten „Blue Bird“ Taxi zu fahren – die fahren mit Taxometer und sind verlässlich. Solch ein Taxi bekommt man aber am Flughafen nicht. Dort warten sie nämlich wie die Geier auf ihr Fleisch und versuchen einen um zehntausende von Rupien über den Tisch zu ziehen – am Ende haben wir in den sauren Apfel gebissen und ein solches Taxi genommen und auch ein wenig zu viel gezahlt, aber es hielt sich noch in Grenzen. Bei 3 Euro zu viel (durch 3 Leute geteilt) ist man dann doch ruhig nach über 30 Stunden Reise!

Völlig erledigt saßen wir dann also im Taxi – der Fahrer hatte keine Ahnung wo unsere Straße sein soll (geschweige denn unser Haus), hat es aber irgendwie geschafft uns hinzubringen. Eine erste balinesische Taxifahrt, mit streunenden Hunden auf der Straße, über rote Ampeln fahren und Hupen, was das Zeug hält – überlebt! Und: Abgesetzt in unserem „Gang“ (Wort für eine sehr kleine, enge Straße). Dort kam das Taxi nicht mehr durch, also mussten wir das letzte Stück laufen – wurden dann gleich mal von einem aggressiven Straßenköter begrüßt und kamen uns inmitten dieser „Straße“, die nichts gutes verheißen konnte, wirklich ziemlich verloren vor. Bis sich auf einmal ein Eingang auftat: „Welcome to Villa Subaliku“ – der Eingang ins Paradies und das sah man schon, obwohl es dunkel war. Umso schöner das Erwachen am nächsten Morgen.

O-Phase the Balinese way!

Die ersten Tage verliefen dann immer recht ähnlich: Wo gibt’s was zu essen? Wie komme ich nach Hause? Wie überlebe ich mit meinem Roller in diesem Verkehr? Wie werde ich meinen Jetlag los, wenn ich mit meinen guten Mitbewohnern die ganze Nacht auf unserem Ballet liege und gute Musik höre? Die Essensfrage ist schnell geklärt: Überall, gut und günstig. Um die Ecke von unserem Haus sind gleich zwei überragende Warungs (Gasthaus/Garküche) – Nasi Goreng oder Mie Goreng für umgerechnet 0,90 € oder ein Teller voller „alles was du willst“ für umgerechnet ca. 1,20 € – dazu die freundlichsten Menschen der Welt. Niar, die schon zu Mama Niar wurde, und Rumpi, der schwule Warung-Besitzer von nebenan, machen uns fast jeden Abend mit ihrem Essen glücklich! Von Gado-Gado über die besten frischen Juices bis hin zu Chicken Satay – satt wird man hier immer und das auch noch köstlich.

Wie komme ich von A nach B und das ohne Unfall?

Die Frage, wie man nach Hause kommt, ist schon eher etwas abenteuerlicher. Was früher noch einzelne verschlafene Fischer-Dörfchen waren, ist heute ein riesiges zusammengewachsenes Konstrukt aus mehreren Orten, deren Übergang man nicht mehr erkennen kann. Es ist bunt, laut, dreckig und trotzdem schön und charmant auf eine ganz gewisse Art und Weise – aber es ist auch überfordernd, denn neben der Tatsache, dass es anfangs für einen alles gleich aussieht und es kaum möglich ist, sich zu orientieren, muss man dann noch auf die durchschnittlich 5 Schlaglöcher pro 100 Meter und gefühlte 3 Millionen Roller und Autos achten. Und das ist kaum übertrieben – der Verkehr ist wirklich nicht ohne. But that’s the Balinese experience! Es gehört einfach dazu und jeder, der hier nicht Roller fährt, hat was verpasst! Leider gibt es immer wieder Unfälle – auch aus unserem Studiengang hat es schon zig Leute hingelegt – mal mit leichten Verletzungen, mal mit Krankenhausaufenthalt. Angst darf man dennoch nicht haben – nur den nötigen Respekt vor dem Verkehr. Wenn man den aber hat, dann macht das Ganze richtig Spaß und gibt einem wirklich ein Gefühl von Freiheit.

Berselancar – Surfen!

Freiheitsgefühl und Endorphinausstoß gibt’s natürlich auch im Wasser – oder besser gesagt: Auf dem Wasser. Wir haben hier das Surfen angefangen und am „Double Six Beach“, der ca. 7 Minuten mit dem Roller entfernt ist, gibt es für schreckliche Anfänger wie uns immer tip top Wellen – nicht zu klein und nicht zu groß. Der Spot ist leider nur sehr bekannt und beliebt und deshalb ist es wirklich immer ziemlich busy und das vor allem auch im Wasser. Aber wir gehören ja genauso zu denen, die sich hier am Strand breitmachen.

Die üblichen Verdächtigen

Breitmachen ist auch schon das nächste Stichwort: Touristen. Die sind natürlich überall. Und das ist auch wichtig für die Insel – neben der Landwirtschaft ist Tourismus der wichtigste Sektor. Bali macht wirklich den Spagat zwischen Tradition und dem Versuch, modern zu bleiben, keine Entwicklung zu verpassen und dazu gehören nun mal auch die vielen Tausenden Touristen (wir sind ja keine! Wir sind Studenten und Langzeit-Besucher). Die reichen von Selbstfindungs-Reisenden über aufgepumpte Surfer-Dudes von Down Under bis hin zu Kegelklubproleten im Partnerlook – besonders in Kuta, dem Touristenzentrum, findet man diese Spezies. Entfernt man sich aber von diesen Bereichen, dann ist alles einfach ganz wunderbar – so kann man das ganz einfach sagen. Wenn man zum Beispiel mit dem Roller im Süden Balis durch die Gegend fährt, zum Beispiel Richtung Uluwatu, dann hat man das volle Bali-Feeling: Die Straße schlängelt sich hügelig durch den Urwald und es gibt nur wenig Verkehr. Und am Ende kommt man am Strand an. Was soll man da noch sagen:


Alles in allem ist das Leben hier mehr als lebenswert – mit all seinen Facetten. Ob das nun der Touri ist, der Verkehr oder die Abgase. All das gehört dazu wie die Wolle zum Schaf – und würde es fehlen, dann wäre es nicht Bali. Wir lieben es!

Das soll’s an dieser Stelle erst mal gewesen sein. Beim nächsten Beitrag (der dann sicher auch kürzer ausfällt) gibt’s dann mal ein paar Erzählungen zu Uni und Exkursionen! So long: Sampai Nanti!