Tur ke utara – eine Tour in den Norden Balis

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Letzte Woche haben wir mal etwas anderes getan, als selbst mit dem Roller in Hitze und sengender Sonne im Stau zu stehen: Wir haben uns einen fantastischen Fahrer mit einer klimatisierten Familienkutsche genommen und sind mit ihm in den Norden gecruist – und cruisen trifft es wirklich gut, denn wenn man einmal dem Tourismus und dem Verkehr hier im Süden Balis entkommt, dann kommt das richtige balinesische Feeling auf. Erst recht, wenn man einen echten Balinesen zum Fahrer hat – der darüber hinaus auch noch Romeo heißt.

Lohnenswerte Tour schon in den ersten Minuten

Los ging die Tour mit Stau. Natürlich. Aber wer könnte einen besser in dieser Situation aufheitern, als der ungefähr lustigste Balinese ever. Romeo – mit viel Wortwitz und Spaß an seiner Arbeit gingen die zwei Stunden zu unserem ersten Stop wunderbar rum. Und dies nicht nur mit sinnlosem Fahrer-Geplänkel, wo wir herkommen und was wir tun. Nein. Vielmehr haben wir den armen Kerl ausgequetscht – über alles, was uns nach 3 Monaten vielleicht immer noch ein Rätsel ist hier. Von Krankenversicherungen über Gehälter und Familienzusammenleben bis hin zu Beerdigungen konnte uns der gute Romeo wirklich alle Fragen beantworten und hat uns mal einen ganz anderen Einblick gegeben. Und wie gesagt – er hatte Spaß dran. Uns seine Kultur nahe zu bringen und ein wenig mehr zu verstehen.

Schmetterlinge und anderes Geviechs

Unser erster Stop nach dieser wirklich kurzweiligen Fahrt war die Butterfly Farm in Tabanan. Ein typisches „Wandertag-Ziel“ – und auch hier scheint das so zu sein. (Zum Beweis ist auch kurz nach unserer Ankunft eine Horde wildgewordener Schulkinder angekommen.) Hier haben wir also dann Schmetterlinge begutachtet – ok, ich hab schon interessantere Sachen gesehen, aber gut. Kurzum: Groß, bunt, komisch – halt wie Schmetterlinge so sind. Dazu gab’s noch welche von diesen Blatt-Dingenskirchen-Insekten, die man kaum erkennen kann. „Good Camouflage“ und so… Das war dann doch ganz interessant. Aber von einzelnen Krebsen, Spinnen oder sonstigen Viechern in Glaskästen halten wir nach wie vor nix. Danach wurde es dann auch wirklich interessanter.

Batukaru Mountain Temple – Frischluft und Leere

Nächster Stopp unserer Tagestour war der sogenannte Pura-Luhur Batukau (und allein die Fahrt dort hin war schon echt Wahnsinn. Wie ich zu Beginn schon erwähnt habe – sobald wir den Süden verlassen haben: Alles grün, saftig und einfach nur, ich kann es nicht anders sagen: geil! Der gute Romeo hat alle paar Meter für Fotos gestoppt und hat uns wirklich alles auskosten lassen – nicht wissend, dass es noch besser werden würde. Im Tempel angekommen, wurden wir mal wieder in Sarongs gesteckt und sind dann durch die Anlage gelaufen. Anders als bei der Butterfly Farm ist Romeo mit uns mitgegangen und hat uns über einiges im Tempel aufgeklärt – da war der „Tempel wie jeder andere“ am Ende doch auch sehr interessant. Was vor allem aber auch schön war, war, dass es genau zwei andere Touristen gab. Nicht etwa wie bei Tanah Lot im Süden, wo man kaum treten kann und einem die Verkäufer nur am Rockzipfel hängen. Hier war das anders. Es war leer. Wir hatten diesen super Balinesen dabei und dazu waren wir noch ziemlich hoch auf einem Berg, die Luft war frisch und kühl – alles ganz anders als sonst! Und zudem war das auch noch der schönste Tempel, den ich bisher hier so gesehen habe. Das Beste: Je länger die Tour dauerte, desto besser wurde es. Vom Schmetterling-Schauen zum erneuten Tempel – ok. Aber als nächstes sind wir auf eine Kaffeeplantage gefahren und auch dort hin war der Weg einfach nur der Wahnsinn (ich glaub dieser Bericht lebt ohnehin mehr von Bildern also von meinen Beschreibungen).

(Kaffee)plantage – zum Anfassen und Probieren

Hier angekommen hat uns Mister Romeo erst mal zum Lunch in einen Warung bzw. eher ein Restaurant mit Blick auf Reisterrassen abgesetzt – mitten in die Tourifalle rein. Ich darf erinnern: Ein gutes Nasi Goreng bekommt man schon für 50 Cent – hier ging dieses grundlegendste Gericht Indonesiens bei 5 Euro los. Grund genug, die Kurve zu kratzen – unserer Fahrer hat eh nicht mitgegessen, er wusste das ja ganz genau. Daraufhin sind wir dann direkt auf die Plantage gegangen – auch hier wieder mit Mentor Romeo. Das war auch gut so – inmitten all dieses Gestrüpps wäre uns selbst wohl kaum Safran, Ingwer, Chili, Kaffee, Kakao, Vanille und vieles mehr aufgefallen. Er wusste aber – wie offenbar über alles – ziemlich gut Bescheid. Auch über den sogenannten Luwak-Kaffee. Sehr interessanter Kaffee nämlich – auch „Katzenkackkaffee“ genannt. Der teuerste (und angeblich beste, was ich zu bezweifeln mag) Kaffee der Welt. Eine bestimmte Katzenrasse frisst die Kaffeebohnen, verdaut diese aber nicht. Sie unterliegen nur einem chemischen Prozess während des Verdauungsprozesses – und kommen dann als ganzes wieder raus. Möchte jemand probieren? Um wieder zurückzukommen: Eine bessere Touri-Tour konnten wir uns also quasi kaum aussuchen! Und das beste: Am Ende der Besichtigung gab’s all das, was wir angeschaut haben, zu probieren. Wahrscheinlich der beste Ingwer-Tee, den ich je getrunken habe! Und auch die anderen Sachen konnten so einiges – vor allem der Ginseng-Kaffee. Das könnte so ein neuer Favorit werden. Am Ende noch das obligatorische durch-den-Shop-geschoben-werden und nichts kaufen, weil Touristen-Abzocke – und weiter ging es!

Das Highlight – die Jatiluwih Reisterrassen

Romeo wäre nicht Romeo, wenn er nicht genau wüsste, wie man eine Tour zu planen hat. Und wie ich schon angedeutet habe: Seine Spannungskurve konnte wirklich alles. Von der schnöden Butterfly Farm zu diesem wirklich schönen Tempel und dann diese Plantage – alles schon super. Aber was als nächstes kam, sollte nun wirklich alles toppen. Jatiluwih – ein Ort (für den man natürlich Eintritt zahlen muss, aber jede Rupie war es wert), der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Zurecht! Nach einer – wie nicht anders zu erwarten – ebenfalls sehr schönen Weiterfahrt und der Frage, was nun wohl noch kommen mag, bogen wir dann so um die Ecke und BÄM. Eine Wahnsinns-Landschaft tat sich auf. In Worten wie immer kaum zu beschreiben. Und ein neuer Ort auf meiner Liste der schönsten Orte der Welt – wirklich. Aber seht es euch selbst an. Ich denke, die Bilder genügen.

Einer geht noch

Zurück zur Spannungskurve: Gegen Ende fällt sie ja dann doch meist ab. Trotzdem war die letzte Station unserer Tour eine, die ich ebenfalls unbedingt sehen wollte. Eines DER Wahrzeichen Balis – und ebenfalls auf den Geldscheinen abgebildet: Der Wassertempel Pura Ulun Danu. Das war dann auch wieder etwas touristischer und dementsprechend wie geleckt. Am Ende kann ich auch hier nur sagen: Ein Tempel eben. Trotzdem schön. Aber von Tempeln haben wir jetzt wirklich genug. Als Nebenattraktion (oder sollte ich besser sagen extra Einnahmequelle?) gab es dann noch einen kleinen Spot mit Adlern, Riesen-Echsen und Fledermäusen – Fotos machen für extra Money natürlich. Das haben wir uns dann mal gespart, dennoch krass, diese riesen Tiere aus der Nähe zu sehen. Vor allem diese riesen Fledermäuse, die bestimmt eine Spannweite von einem Meter oder mehr hatten.

Gerne ein Tourist gewesen

Noch ein mal ein paar Stunden Fahrt und dann war sie vorbei unsere Tour und mit ihr ein wirklich wunderbarer Tag. Wir haben schon in den ersten Minuten gemerkt, dass das gut wird. Und das Gefühl sollte nicht enttäuscht werden – Fahrer Romeo hat wirklich alles gegeben, um uns eine tolle Tour zu bieten. Viel gelernt haben wir auch noch. Am Ende ist eben doch mal ganz sinnvoll, einen ganz normalen Tourist zu mimen. Die lokalen Leute wissen eben ganz genau, worauf es ankommt. Und was zudem noch wirklich zu unserer guten Laune beigetragen hat war nicht nur Romeo mit seiner wirklich lustigen Art, sondern auch die Tatsache, nicht selbst fahren zu müssen und deshalb ohne Verfahren ans Ziel zu kommen. Ganz ohne Helm und Hitze. Eine gelungene Tour – und jeder, der hier mal herkommt ist eine solche zu empfehlen. Mit Romeo – your friendly holiday driver!