Le jour de Saint-Valentin – Feierlichkeiten in Frankreich

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Passend zum Tag der Liebenden und Verliebten, der auch hier gerne gefeiert wird, wollte ich mal einen Blick hinter die Kulissen französischer Festlichkeiten werfen. Dabei soll es aber nicht nur beim Valentinstag bleiben…

Der Valentinstag wird in Frankreich, zumindest nach den Ergebnissen meiner intensiven Recherche, häufiger gefeiert als in Deutschland, nämlich von etwa der Hälfte der Franzosen (im Gegensatz zu etwa einem Drittel der Deutschen). Die genaue Herkunft dieser Tradition ist allerdings nicht bekannt, meistens wird die Geschichte von St. Valentin als Hintergrund verwendet. Für alle, die sie nicht kennen: Bischof Valentin von Terni soll im dritten Jahrhundert vor Christus Verliebte getraut haben, die nach Befehl des Kaisers hätten unverheiratet bleiben sollen. Er wurde aufgrund seiner Eheschließungen am 14. Februar (dem damaligen Feiertag der Göttin für Ehe und Geburt) hingerichtet – und infolgedessen als christlicher Märtyrer heilig gesprochen. Manchmal gibt es zu dieser Geschichte den Zusatz, Valentin wäre begeisterter Gärtner gewesen, der den Verliebten zudem Blumen geschenkt hätte. Ob das so stimmt, sei einfach dahingestellt.



Und es wird noch mehr gefeiert
Abgesehen vom Valentinstag feiern die Franzosen aber auch andere Feste – neben den klassischen wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten und dem Tag der Revolution gibt es einige „kleinere“ Festivitäten, die nicht unbeachtet bleiben sollten, wenn man sich für „la France“ interessiert. Über das Lichterfest in Lyon und die Ferias in Nimes habe ich ja bereits berichtet. Andere regionale und nationale Feste, die ganz nach französischer Tradition häufig mit Essen und/oder Blumen zu tun haben, sind beispielsweise folgende:

Dreikönigstag – La Galette des Rois: Am 6. Januar wird wie in vielen deutschen Bundesländern auch in Frankreich der heiligen drei Könige gedacht. In Frankreich wird das ganze allerdings vom traditionellen Königskuchen (der „Galette des Rois“) begleitet. In diesen Kuchen ist eine Bohne oder eine kleine Figur eingebacken. Wer diese findet darf sich „König“ nennen und, falls vorhanden, auch ein Krönchen aufsetzen.

Le Chandeleur – Lichtmess, am 2. Februar: Das Fest erinnert an die Läuterung der Jungfrau Maria und die Präsentation des Jesuskindes im Tempel von Jerusalem. In Frankreich wird dieser Tag mit einem besonderen Crèpes-Essen gefeiert: Jeder darf sich seinen eigenen Chandeleur-Crèpes backen, der von der Pfanne aus in die Luft geworfen wird. In der anderen Hand hält der Werfer ein Geldstück. Landet der Crèpes unversehrt und mit einer Umdrehung wieder zurück in der Pfanne bedeutet dies Wohlstand und Glück für das gesamte Jahr.

La Fête du Citron – Zitronenfest: Die Kleinstadt Menton an der Côte d’Azur ist von Orangen- und Zitronenplantagen umgeben und widmet jedes Frühjahr zwei Wochen ausschließlich den beiden Zitrusfrüchten, ganz nach dem Motto „Sauer macht lustig!“. Mit Paraden, Ausstellungen, Vorführungen und und und lockt dieses Fest zahlreiche Besucher an, zumal jedes Jahr das Motto variiert und das Zitronenfest damit immer einzigartig ist.

Veilchenfest – In Tourrettes-sur-Loup besteht die Landwirtschaft hauptsächlich aus dem Anbau von Veilchen. Jedes Jahr im März wird daher der lila Blume gedacht, auch um den Frühling einzuläuten. Neben der Blumendekoration gibt es an diesem Tag einen Blumenkorso und eine Veilchenschlacht, an der sich jeder beteiligen kann.

Fête du Travail/Fête du Muguet – Tag der Arbeit oder Maiglöckchenfest: Wie bei uns wird auch in Frankreich am 1. Mai nicht gearbeitet. Neben Entspannung, Wandern und den Tag mit der Familie verbringen gehört hier allerdings auch das Verschenken von Maiglöckchen zum 1. Mai. Diese sollen den Beschenkten Glück bringen und dürfen an diesem Tag sogar ausnahmsweise ohne Genehmigung und die Abgabe von Steuern oder Gebühren verkauft werden.

Das Feiern kommt bei den Franzosen also nicht zu kurz. Ich hoffe, ihr konntet einen guten Eindruck gewinnen. Bis zum nächsten Mal :-)