Halloween

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Halloween erfüllt sehr viele Klischees, die wir Europäer haben und ist ein zentraler Bestandteil in der heutigen amerikanischen Kultur. Schon Wochen davor gibt is in den Läden entsprechende Utensilien zu kaufen und viele Geschäfte sind dekoriert, manchen fantasievoller als andere. Auch Juliette kann sich dem Brauch nicht entziehen und hat ihr Haus, das eh schon mit viel Kitsch vollgestopft ist, mit noch mehr Halloween-Kram zugestellt. Da durfte auch das zehn Pfund schwere Süßigkeitenpaket nicht fehlen. Natürlich war es von Costco. Auch die SJSU legte sich mächtig ins Zeug.

Die Dozenten brachten für uns Süßigkeiten mit, in den internationalen Sprachkursen wurden sogar Halloween-Partys gefeiert und die Studenten kamen in Kostümen. Für viele Asiaten und Studenten mit muslimischem Hintergrund war das eine neue Erfahrung und es war toll anzusehen wie seriöse Studenten sich als Cowboy und Indianer verkleideten und feierten. Ich finde es sehr schön, dass die Universität ziemlich viel für die internationalen Studenten tut. Übrigens bieten sie auch Ausflüge nach San Francisco, Santa Cruz und zu anderen Zielen an. Hintergrund ist der, dass sich oben genannte Studenten in den ersten Monaten in dieser für sie fremden Kultur sehr schwer tun und oft schlecht Anschluss finden.

Zum Glück habe ich ja sehr schnell Anschluss gefunden und so blieb mir die doch etwas peinliche Halloween-Party am Vormittag erspart. Eigentlich bin ich ja kein Verkleidungstyp, doch wenn man schon einmal in Amerika ist, ist das natürlich etwas anderes und so bin ich gleich zwei Tage hintereinander auf Halloween-Partys gegangen. Im größten Halloween-Store habe ich mir dann professionelle Vampirzähne, echtes Theaterblut und sonstiges Zubehör gekauft. Zwar war das alles eine einzige Sauerei und Juliette hat sich ziemlich erschrocken mit dem Blutbad in der Küche, doch das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Aber seht selbst.

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Ich dachte ja eigentlich Vampire wäre der Standard und langweilig, doch wenn man es halbwegs gut macht, dann wirkt ein Vampir noch immer, vor allem bei Frauen ;-)

Leider hat es für mich nicht geklappt mit in ein Dorf zu fahren, in dem sich 20.000 Leute zu Kaliforniens größter Halloween-Open-Air-Party treffen. Daher blieb nur das Myth, aber das war auch in Ordnung. Viele Besucher waren echt ziemlich gut und cool verkleidet, viel professioneller als bei den meisten unserer Halloween-Partys. Die Amis lassen es auf diesem Gebiet schon krachen und geben Unsummen an Geld dafür aus. Aber es hat tatsächlich viel Spaß gemacht. Lieblingskostüm war eindeutig Gangnam Style Rapper Psy. Ein Kumpel, Kedo aus der Schweiz, ging als Mitt Romney, was das Highlight an dem Abend war. Ich dachte ja im demokratischen Kalifornien könnte das etwas problematisch werden, doch weit gefehlt. Alle wollten coole Fotos mit ihm, was teilweise zu witzigen Kostümkonstellationen führte.

Am zweiten Abend bin ich dann mit zwei Freundinnen nach San Francisco ins Warfield gefahren. Dies war wieder so ein Theaterclub, in dem ein in den USA sehr bekannter EDM DJ spielte. Insgesamt war der Abend musikalisch echt gut und wir hatten unseren Spaß. Auch mein Vampiraufzug kam wieder super an. Anschließend konnte ich mit Szenewissen über die Clubkultur von San Francisco beeindrucken und nahm die Mädels mit ins End Up. Diese kannten den Club noch nicht, obwohl sie in San José wohnen und seit Jahren in San Francisco Party machten. Der einzige Haken an der Geschichte war, dass die Party dieses Mal eine Schwulenparty war. Glücklicherweise hatten wir drei trotzdem noch einen lustigen Abend, denn musikalisch war das End Up wieder ganz vorne mit dabei. Glücklich und mit zwei Litern Blut im Gesicht und auf der Kleidung sind wir dann in den frühen Morgenstunden wieder in San José angekommen. Das Fazit, Halloween in den USA immer wieder gerne.