Bye bye Stuggi, Welcome to Scotland

blog_frankreich

Halò, a h-uile duine – Hallo zusammen, auch ich habe das Vergnügen, meine Erfahrungen während meines Auslandssemesters an der University of the West of Scotland in Hamilton mit euch zu teilen. Meine Vorgängerinnen Julia und Kim haben vor einiger Zeit bereits fleißig über ihre Reise-Erfahrungen berichtet. Deshalb lege ich, neben den touristischen Inhalten, den Schwerpunkt in meinen Blogeinträgen auf inhaltliche Dimensionen, wie etwa das Kursangebot an der UWS, Unterschiede zur Hochschule der Medien sowie die Vorstellung der Professoren.

Das bin ich

Damit ihr wisst, wer hier überhaupt schreibt, erst einmal eine Vorstellung meiner Person. Ich heiße Katharina Frieg (man kennt mich auch unter dem Namen Tinka), studiere Elektronische Medien mit dem Schwerpunkt Unternehmenskommunikation und befinde mich derzeit im 4. Semester. Während meines Bachelorstudiums habe ich die Chance, ein Auslandssemester einzuschieben, nicht wahrgenommen. Deshalb stand für mich schon zu Beginn des Masterstudiums fest, das große Netzwerk an Partner-Unis der HdM zu nutzen und für mindestens ein Semester im Ausland zu studieren. Gerade erst in Stuttgart für das Masterstudium angekommen, wollte ich jedoch nicht sogleich meine Zelte wieder abbrechen. So beschloss ich, erst einmal drei Semester an der HdM zu studieren und das letzte Semester vor der Masterarbeit zu nutzen, um im Ausland Erfahrungen zu sammeln und meine Englischkenntnisse aufzufrischen. Unglaublich wie die Zeit vergeht, denn ehe ich mich versah, hieß es: „Bye bye Stuggi, Welcome to Scotland“.

Warum Schottland?

Nachdem ich eine Zusage für ein Auslandssemester an der UWS in Hamilton im Rahmen des ERASMUS-Programms in der Tasche hatte, war die erste Reaktion von Freunden und Bekannten: „Warum Schottland, regnet es da nicht die ganze Zeit?“. Ja, in der Tat, seit meiner Ankunft Anfang Februar gab es hier meist nur verregnete, graue Tage. Besonders der Winter ist hier eine sehr nasse, kühle und windige Jahreszeit. Ich als Nordlicht, geborene Bremerin, bin „Schietwetter“ gewohnt, zudem bin ich nicht wegen des Wetters hier, sondern weil mich, neben der großartigen Landschaft, das Studienangebot reizt.

Studiengang „Internationales Marketing“

Ich belege an der UWS in Hamilton den Masterstudiengang (Postgraduate) „Internationales Marketing“. Das Angebot an Kursen habe ich mir bereits im Vorfeld auf der Internetseite der UWS angeguckt und festgestellt, dass es begrenzter als an der HdM ist. In diesem Semester, Trimester 2, kann man im Studiengang „Internationales Marketing“ zwischen folgenden Modulen wählen:

– Business to Business Marketing (5 ECTS)
– Strategic Management in an International Context (10 ECTS)
– Marketing, Innovation, Creativity and Entrepeneruship (10 ECTS)
– Research Methods for Business and Management (5 ECTS)

Die Module decken also die 30 ECTS ab, die man sich über das Internationale Studium (Modul 94505) aus dem Ausland anrechnen lassen kann. An der UWS hat man zudem die Möglichkeit, sofern man es vorher mit dem jeweiligen Professor bespricht, an Kursen teilzunehmen, ohne eine Prüfungsleistung zu erbringen, und sich die Kurse anrechnen zu lassen. So zum Beispiel “International applied finance“ aus dem Studiengang „International Financial Management“ oder „Cross Cultural Management and Diversity“ aus dem Studiengang „International Human Resource Management“. Zu Beginn des Semesters hat man an der UWS, wie auch an der HdM, Zeit, sich sämtliche Kurse anzuschauen, um sich dann nach ein paar Wochen konkret auf die gewünschten Kurse festzulegen. Da ich während der drei Semester an der HdM meinen Schwerpunkt auf kommunikationswissenschaftliche und journalistische Aspekte gelegt habe, bieten mir die Kurse an der UWS eine tolle Möglichkeit, mein Fachwissen mit Inhalten aus dem Marketingbereich zu ergänzen bzw. zu vertiefen.

Und neben der Uni?

Da ich wusste, dass die Plätze im Studentenwohnheim begrenzt sind, habe ich mich direkt nach meiner Zusage für das Auslandssemester für einen Platz beworben und recht schnell eine Zusage bekommen- first come, first served. Im Studentenwohnheim der UWS in Hamilton wohnt man in einer Frauen- oder Männergemeinschaft und teilt sich zu sechst ein Apartment mit geräumiger Wohnküche. Ich wohne mit einer Finnin, einer Deutschen, einer Engländerin und zwei Schottinnen zusammen. Besser hätte es mich nicht treffen können.

Insgesamt kann man ca. 450 EUR für die Miete monatlich rechnen, dafür sind die Zimmer aber komplett ausgestattet mit Bett, Schrank und Schreibtisch, Sessel und es ist sogar ein kleines Waschbecken mit Spiegel vorhanden. Selbst Küchenutensilien wurden von meinen Vorgängern hinterlassen. Das Studentenwohnheim ist auf der anderen Straßenseite der Universität, man kann quasi aus dem Bett in den Vorlesungssaal fallen. Schräg gegenüber ist ein Schwimmbad mit Fitnessstudio und einer breiten Auswahl an Sportkursen. Eine Mitgliedschaft ist im Vergleich zu Deutschland recht günstig. Auch die UWS bietet Sportkurse an und besitzt ein Fitnessstudio. Egal ob beim Sport, in der Uni oder im Studentenwohnheim, hier kommt man super schnell in Kontakt mit internationalen Studenten: Spanier, Italiener, Franzosen, Polen, Ungarn, Schotten, Engländer und Deutsche.

Leider gab es zum Zeitpunkt meiner Ankunft keine ERASMUS- Facebookgruppe, deshalb habe ich mir von der ERASMUS-Ansprechpartnerin eine Liste der Studenten schicken lassen und selbst eine Facebookgruppe erstellt. So können wir seither wunderbar gemeinsame Trips und Gruppentreffen für Uni-Arbeiten organisieren. Wir sind gleich am zweiten Wochenende zusammen nach Stonehaven, ein wunderschöner Ort an der Nordküste Schottlands, gefahren. Gott sei Dank hatten wir traumhaftes Wetter. Außerdem versuchen wir so oft wie möglich gemeinsam mit dem 20-minütigen Zug von Hamilton West nach Glasgow zu fahren. Glasgow hat eine kulturelle, alte Industriestadtatmosphäre mit vielen kleinen Läden, einer großen Musikszene und sehr viel Nightlife. Wie meine Vorgängerinnen schon geschrieben haben, ist Hamilton im Vergleich zu Glasgow sehr klein, hat aber alles, was man braucht: Supermärkte, Friseursalons, Ärztehäuser, günstige bis teure Restaurants, verschiedene Pubs und sogar einen Club. Langeweile entsteht hier nicht.