Was kostet die Welt?

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Schweden ist teuer, und besonders Stockholm. Damit ihr euch ein Bild davon machen könnt, was einen als Austauschstudent hier kostentechnisch erwartet, habe ich unter meinen Mitstreitern eine kleine Umfrage gestartet: „Was kostet das Auslandssemester in Stockholm?“ Hier das Ergebnis…

Der Durchschnitt

Insgesamt haben sich 18 deutsche KTH-Mitstreiter verschiedener Studiengänge bereiterklärt, mir (selbverständlich anonym) mitzuteilen, was sie hier so ausgeben. An dieser Stelle vielen Dank an alle, die meinen kleinen Onlinefragebogen ausgefüllt haben! Meine Fragen bezogen sich auf die monatliche Miete, wöchentliche Ausgaben im Supermarkt und zusätzliche Ausgaben in Restaurants und Cafés. Außerdem habe ich nach den wöchentlichen Kosten für Ausgehen, den Ausgaben für Lehrmatrial innerhalb eines Semesters und den Kosten für sämtliche Reiseaktivitäten gefragt. Im Durchschnitt gibt der deutsche Austauschstudent im Monat 8264 schwedische Kronen (das sind ca. 940 €) aus. Hier habe ich die Kosten für Reisen nicht einberechnet, da sie stark variieren und nicht zu den „Überlebenskosten“ zählen.

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80 SEK gehen für Mobilfunk drauf, 476 SEK für das SL-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr, 190 SEK für Klamotten und 133 SEK für Lehrmaterial. Die monatliche Miete beträgt im Schnitt 3448 SEK. Im Supermarkt lassen wir im Durchschnitt 1416 SEK im Monat liegen, in Cafés und Restaurants 1053 SEK. Ausgehen in Stockholm schlägt mit 1468 SEK im Monat zu Buche.

Im Detail

Insgesamt gab es in der Umfrage ein paar „Ausreißer“ sowohl nach oben, als auch nach unten. Damit ihr ein Gefühl dafür bekommt, welche Kosten mit der größten Wahrscheinlichkeit auf einen Austauschstudenten hier zukommen, habe ich die Kostenbereiche einzeln aufgedröselt.

Die Miete

Bei der Miete kommt es natürlich darauf an, ob man einen Wohnheimsplatz bekommen hat, oder nicht. Zimmer im Studentenwohnheim bleiben meist unter der 3000 SEK Grenze, wobei private Unterkünfte in der Regel darüber liegen. Die Grafik zeigt, also, dass wahrscheinlich 5 von den 18 Studenten im Wohnheim leben. 8 von den restlichen 13 bleiben unter der 4000 SEK Grenze, 4 bezahlen zwischen 4000 und 5000 SEK und ein armer Student muss ganze 6000 SEK im Monat hinblättern.

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Der Lebensmitteleinkauf

Wie ich bereits in einem meiner ersten Beiträge beschrieben habe, muss man für Lebensmittel in Schweden ein wenig mehr ausgeben als in Deutschland. (Hier geht’s zum Beitrag mit einer umgerechneten Lidl-Einkaufsliste) In der Woche geben wir deutschen Austauschstudenten im Schnitt 354 SEK aus.

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Hier gibt es große Unterschiede, wohl je nach Lebensstandard der einzelnen Studenten. Wie aus der Grafik ersichtlich wird, geben aber die meisten – nämlich 7 – Studenten zwischen 200 und 300 SEK aus.

Restaurants und Cafés

Zusätzlich zu dem, was man sich im Supermarkt kauft, muss man sich auch ab und an mal einen Restaurant- oder Cafébesuch gönnen im Schnitt schlägt das mit 263 SEK pro Woche zu Buche. Die Mehrheit gibt in Restaurants und Cafés einen Betrag zwischen 100 und 300 SEK pro Woche aus.

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Das Lehrmaterial

Beim Lehrmaterial gibt es große Unterschiede. Im Schnitt geben wir deutschen Studenten im gesamten Semester einen Betrag von 543 SEK aus. Hier kommt es wahrscheinlich stark auf den jeweiligen Studiengang an. Ich persönlich musste mir nur zwei Bücher für 300 SEK, zwei Blöcke und ein paar Stifte für etwa 100 SEK zulegen. Wie die Grafik zeigt, mussten da andere deutlich tiefer in die Tasche greifen:

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Die Kleidung

Einige haben es tatsächlich geschafft NICHTS für Klamotten auszugeben. – Ich nicht. Schon allein die adäquate Winterbekleidung hat mich einiges gekostet. Hier wäre es vieleicht interessant gewesen zu wissen, wer der Teilnehmer männlich und wer weiblich ist. Aber egal… hier die Verteilung:

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Die Abendgestaltung

Ich weiß, Ausgehen gehört auch nicht zwingend zum „Überleben“ aber es gehört definitiv in den Stundenplan eines Austauschstudenten, daher habe ich es auch in die „Überlebenskosten“ weiter oben integriert. Wenn man stets auf dem Campus feiert, kann man diese Ausgaben relativ übersichtlich halten. Wenn man allerdings auch ein wenig von der Bar- und Clubkultur mitbekommen möchte, kostet das ungleich viel mehr. Je nach Vorlieben variieren daher die Kosten für die Abendgestaltung, was auch ein Blick auf die Grafik bestätigt.

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Das Reisen

Und nun endlich zum Reisen. Hier kommt es natürlich darauf an, wie viel man reist und vor allem wohin. Während die Last-Minute Schifsstouren nach Helsinki, Riga und Tallinn sehr günstig sind, kann man bei einer Tour nach Göteborg, Oslo, Südschweden oder Lappland wesentlich mehr ausgeben. Das ist der Grund, warum die Angaben auch hier wieder sehr stark variieren.

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Das Fazit

Zu guter Letzt wollte ich von meinen Mitstreitern wissen, wie sie ihren Auslandsaufenthalt bezüglich der Ausgaben empfunden haben. Ich fragte sie, ob sie das Gefühl hatten sehr sparsam sein zu müssen, oder nicht. Die relativ ausgewogene Verteilung der Antworten kann alle zukünftigen Kurzzeitschweden hoffen lassen. :-)

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