Auslandsblog Singapur

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Knapp 2 Wochen bin ich nun in Singapur und es wird Zeit, von dem bisher Erlebten zu berichten. Ich glaube, wirklich alles wiederzugeben sprengt ein wenig den Rahmen – daher versuche ich mich auf das zu konzentrieren was für HdM-Studenten hilfreich sein kann, die ebenfalls ein Auslandssemester in Singapur machen wollen. Auf dem Foto zu sehen: Mitbewohner, Kommilitonen und Exchange Students.

Endlich eine Wohnung gefunden

Die NTU hat zwar eigenen Angaben nach Wohnheimsplätze für jeden zweiten Studenten, faktisch haben aber von 10 HdM’lern, die dieses Semester hergekommen sind nur 2 ein Zimmer bekommen. Das heißt, wir andern mussten uns auf die Suche nach einer Bleibe machen. Die Wohnheimsplätze wären von daher interessant, da sie meist mindestens um das vierfache günstiger sind, als alles andere, was man so in der Stadt findet. Nungut, aber da hatte man eben keinen Einfluss darauf, wer diese Plätze bekommt, also hieß es: Suchen!

Nach nichtmal einer Woche haben wir bereits eine Wohnung gefunden. Hier wohnen wir nun zu 6., haben einen Pool, Tennisplätze und diverse andere Sachen, die einem den Aufenthalt mehr als erträglich machen :) Hat zwar auch seinen Preis, aber für 4 Monate darf ein bisschen Luxus schon mal sein.

In diesem Block wohnen wir:
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Ein Video der leeren Wohnung gibt es auch, damit haben wir unsere Mitbewohner gesucht:

Edit: Leider scheint das Einbetten von Youtube Videos noch nicht so gut zu klappen, daher hier der Link für alle, dies interessiert – http://youtube/9VpCul7Ejo0

NTU Singapur – Vorbereitung und Ankunft

Knapp 2 Wochen bin ich nun in Singapur und es wird Zeit, von dem bisher Erlebten zu berichten. Ich glaube, wirklich alles wiederzugeben sprengt ein wenig den Rahmen – daher versuche ich mich auf das zu konzentrieren was für HdM-Studenten hilfreich sein kann, die ebenfalls ein Auslandssemester in Singapur machen wollen.

In der Vorbereitungszeit bekommt man schon eine riesige Fülle an Dokumenten in Form von PDF Dateien von der NTU zugeschickt. In 90% der Fälle braucht man diese Dokumente auch zu einem späteren Zeitpunkt – es ist also gut, alles auszudrucken und mitzunehmen. Zwar gehört die NTU Singapur zu den Top-2% der Unis weltweit, organisatorisch steht sie der HdM aber in Längen nach und verwirrt mit ihren Systemen längst nicht nur die Austauschstudenten.
Erstmals ist es wichtig zu wissen, das große Unterschiede in dem Umgang mit Master und mit Bachelorstudenten an der NTU herrschen.
Für die normale und einmalige Registrierung durchlaufen Bachelor und Masterstudenten noch den gleichen Weg (Dokumente von A nach B bringen, Gebühren bei C zahlen, Quittung zu D bringen und Empfangsbescheinigung der Quittung wieder zu A, von wo man dann wieder weitergeschickt wird), zahlen aber unterschiedliche Gebühren. Ein Masterstudent zu sein kostet hier auch ohne die Studiengebühren, die man ja nicht zahlen muss, gut und gerne 500€ pro Semester. Da sind dann Gebühren für eigentlich alles drin enthalten, sie setzen sich aus diversen ‚Fees‘ für jede Kleinigkeit zusammen, und vergisst man eine zu zahlen, wird einem der Studentenstatus nicht anerkannt.

Kursregistrierung

Hat man dann endlich die Registrierung an der Uni geschafft kann das Auswählen von Kursen beginnen. Während für die Bachelor alles einigermaßen durchdacht ist, mit Online-Anmeldung für seine Fächer und digitalem Stundenplan, ist das bei den Masterstudenten aus welchem Grund auch immer nicht der Fall. Hier wird auf die analoge Form gesetzt: um Kurse an und abzumelden muss man tatsächlich noch das gute, alte Blatt Papier zur Hand nehmen und im Graduate Student Office abgeben (übrigens besser nicht zu verwechseln mit dem Student Graduate Office, welches sich komplett auf der anderen Seite des Kampus‘ befindet (und ja, er ist riesig) und leider nichts mit der Prüfungsanmeldung anfangen kann).

Nun gut, sollte man als Masterstudent in Bachelorvorlesungen wollen (was bei mir der Fall ist, da ich an der HdM Audiovisuelle Medien im Master studiere, und an der ADM ganz gerne ein paar Kurse belegen wollte), kann man diese per E-Mail beantragen (aber nur bestimmte, schon aus Deutschland heraus angefragte). Generell ist es aber eindeutig besser, direkt in alle Kurse zu gehen und sich einfach reinzusetzen. Da Bachelorkurse ohnehin nicht angerechnet werden in Deutschland, macht es wenig Unterschied ob das Fach nun angemeldet ist oder nicht. Manche Professoren übernehmen dann in der ersten Vorlesung einfach die Namen aller Anwesenden und siehe da, auf einmal ist man registriert.

Im nächsten Blogeintrag werde ich berichten, wie die ersten Vorlesungstage verliefen, was sich mit der Anmeldung weiteres getan hat (geht fast einen Monat) und was sonst noch wichtiges passiert ist…

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Registrierung für den Student Pass

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Ein weiteres Highlight was die Anmelde und Registrierungsprozedur angeht ist der Student Pass. Das ist sozusagen eine singapurische ID Karte, mit der man dann ein Visum für die Dauer seines Studiums bekommt. Über die NTU klappt das mit der Anmeldung, man bekommt bei der ersten Registrierung ein Blatt mit einem Ort und einem Termin, an dem man dann zu erscheinen hat. Hierfür gilt es sämtliche Formulare, die man in der Zeit in Deutschland als PDF zugeschickt bekommen hat, ausgefüllt und unterschrieben mitzubringen. Es gibt auch nocheinmal eine kleine Reminder Liste, die einem sagt was das genau alles ist. Am wichtigsten dabei ist, dass man alle Fee’s bezahlt hat, sowohl an der Uni selbst, also auch die 120 S$, die man bereits Online zahlen musst, und dafür die Belege parat hat.

Kurze Randnotiz zum Passfoto: Es muss tatsächlich unbedingt einen weißen (!) Hintergrund haben. Alles andere (auch leichtes Grau) wird nicht akzeptiert und man muss kostenpflichtig ein neues machen. Dieses wird von 2 nicht unbedingt professionell wirkenden „Fotografen“ dann gemacht, Blitz haben sie nicht – aber: Lächeln ist erlaubt :). Auch sollte man auf dem Bild das man mitbringt unbedingt dieselbe Frisur haben wie in dem Moment, sonst wird einem nicht geglaubt dass das Bild jünger als 3 Monate ist – ein neues muss gemacht werden.

Eine Woche später darf man dann seinen Pass abholen, man bekommt wieder einen Ort und Termin gesagt und muss dort dann persönlich (!) erscheinen um ihn zu erhalten.

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Innerhalb dieser Woche st es einem strikt untersagt das Land zu verlassen. Dh keine Kurztrips nach Malaysia, Indonesien oder dergleichen, da man ansonsten nicht mehr zurück kann. Also unbedingt drauf achten wann diese Woche ist, da man – falls man zB schon etwas gebucht hat – Probleme bekommen kann.


Ein Weg das ganze zu umgehen ist, wenn man sich selbst um den Student Pass kümmert und nicht den längeren Weg über die NTU macht. Hierzu muss man nur Online ein Termin mit der ICA ausmachen (http://www.ica.gov.sg/), ebenfalls alle Dokumente mithaben und bekommt dort direkt am selben Tag den Pass noch ausgestellt. Einziges Manko: Der Termin muss rechtzeitig beantragt werden, da viele den schnellen/ direkten Weg gehen wollen und nicht eine Woche gebunden sein möchten.

Kurzer Zusatz zur Kursanmeldung und Registrierung

So, noch einmal kurz eine Randbemerkung zur Anmeldung der Kurse: Wie es sich bei mir rausgestellt hat, bin ich nun in alle Bachelorkurse/Masterkurse die ich belegen wollte gekommen. Der einfachste Weg, der zumindest bei mir in allen Fächern geklapt hat, war: Ich bin einfach hingegangen. Ist man erstmal da (v.a. in den ersten zwei Wochen), kann man nach der Vorlesung kurz mit den Dozenten sprechen. Die freuen sich meist über interessierte Exchange Students (Es sind sogar einige Dozenten aus Stuttgart hier tätig, vornehmlich aus Ludwigsburg von der Film AK) und helfen dann, die Anmeldung und Registrierung unbürokratisch mit einer kurzen Mail zu beschleunigen. Erstaunlich, wie einfach es gehen kann.

Student sein an der NTU

Hier kann ich hauptsächlich nur von der ADM (School of Art, Design & Media) berichten, da das die einzige Schule ist, an der ich Kurse habe, und natürlich über die Mensen :)

Für die Vorlesungen ist es wichtig, dass man besser nicht in Sandalen kommt, und wenn man schnell friert besser in langer Hose unterwegs ist und einen dünnen Pulli in der Tasche dabei hat. Das ganze Gebäude ist gefühlt auf 15 Grad heruntergekühlt, und da eine Vorlesungseinheit 3h geht, kommt man dann doch schonmal zum Frieren. Manchmal lohnt es sich für eine Minute nach draußen zu gehen um sich wieder etwas aufzuwärmen.

Was die Lernvoraussetzungen angeht, ist die ADM bestens bestückt. Mit einer Bibliothek, die nicht nur optisch gesehen der der HdM einiges vorraus hat, mehreren Kinosäälen, die man auch selbst mieten kann um seine eigenen Werke zu begutachten, aber auch einfach BluRays aschauen kann.

Da ich eher im Bereich Film angesiedelt bin, interessierte mich vor allem das Equipment in dieser Sparte, und ich wurde nicht enttäuscht. Einzig was die Optiken angeht, hat die HdM da einen kleinen Vorsprung (CZ Ultraprimes vs CompactPrimes). Ansonsten tobe ich mich nun regelmäßig mit der Arri Alexa, Red Epic oder der F55 von Sony sowie anderen netten Spielzeugen aus. Da meine Vorlesungen geschickt liegen, habe ich nebenher viel Zeit, auch in anderen Vorlesungen (zB Visual Effects) als DP auszuhelfen und so weitere Erfahrungen im Lichtsetzen oder an den verschiedenen Kameras zu sammeln.

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Es gibt über den Campus verteilt zahlreiche Mensen, an denen man essen kann. Diese sind genauso wie die Foodcourts, die man in der Stadt findet, aufgebaut. Verschiedene Stände, die aus allerlei Ländern leckeres Essen anbieten. Preislich kann man zwischen 2 und 4 € für eine vollständige Mahlzeit inkl. Getränk loswerden, also eigentlich nicht schlecht.

Bedingt durch die Anzahl an Religionen muss man beim Essen sowie bei der Rückgabe dessen auf ein paar Kleinigkeiten achten, um nicht ausversehen ein Faux-pas zu begehen. Halal und Nicht- Halal gehört streng getrennt, man darf auch nicht mit einer Gabel, mit der Man Nicht Halal gegessen hat mal eben beim Nachbarn, der Halal Essen ist probieren. Auch die Rückgabe des Essens ist streng getrennt, es wird wert darauf gelegt dass dies auch eingehalten wird!

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Leben in Singapur

Fast ein Vierteljahr bin ich nun schon hier. Im Grunde bin ich ganz zufrieden, nicht auf dem Campus zu wohnen sondern den Luxus eines eigenen Condos zu genießen. Eine gute Stunde Fahrt (von Tür zu Tür) zur NTU ist zwar der Haken an der Sache, dafür ist man aber überall sonst im Land relativ schnell via MRT. Es folgen ein paar Eindrücke meines Condos sowie aus der näheren Umgebung.

Die Projekte der ADM neigen sich langsam dem Ende zu. Die erste Doku ist fertiggestellt, zu sehen unter: https://vimeo.com/80133249
Alle weiteren Kurzfilme befinden sich noch in der Postproduktionsphase, Links werden folgen.

Allgemein gesehen ist Singapur eine relativ teure Stadt. Das fängt an bei den hohen Wohnungskosten (bedingt durch den Mangel an Platz), zieht sich dann aber weiter über alles was man sich vorstellen kann – abgesehen vom Essen. Günstig und gut essen kann man wunderbar, meist sogar in den öffentlichen foodcourts besser als an der Uni, da dort meiner Meinung nach trotz etwas teureren Gerichten diese etwas kleiner ausfallen, als in der Stadt. Eintritt in einen Club liegt (für Männer) meist nicht unter 25S$, Frauen haben es da etwas einfacher. Der Bierpreis liegt (ebenfalls im Club/Bar) bei 12-16S$.

Temperaturmäßig bleibt (und blieb) es die ganze Zeit gleich. Wer hier herkommt, braucht keine Pullover/Sweatshirts etc. Falls doch (für die teils absurd runtergekühlten MRT’s) kann man sich das auch einfach hier, oder bei einem kurzen Ausflug nach Malaysia günstig holen (Anmerkung: Von meiner Wohnung aus bin ich übrigens schneller in Malaysia inkl. Grenzkontrolle, als an der Uni :) )

Abschluss des Studiums

Tadaa – es ist vollbracht. Ein Semster in Singapur ist vorbei. Was einem am Anfang noch wie eine lange Zeitspanne vorkam, ist im Nachhinein doch wieder nur ein kurzer Moment mit enorm vielen Eindrücken geworden. In verschiedenen Kurztrips nach Malaysia, Thailand oder Indonesien habe ich auch andere Austauschstudenten getroffen (zb Uni in Bali, Uni in Bangkok oder Kuala Lumpur). Was die tecnische Einrichtung und den Mehrwert des Lernens angeht, ist die NTu auf jeden Fall die beste Wahl gewesen. Keine der anderen Unis war/ist filmtecnisch so gut bestückt wie die ADM der NTU. Wer allerdings etwas auf die asiatische Umgebung, Strände etc und das Geld schaut, sollte vielleicht eher Bali oder Bangkok bevorzugen. Singapur ist Asia Light – es ist sauber, ordentlich, alles ist gepflegt. Selbst die ‚Urwälder‘ scheinen angelegt zu sein, so ordentlich reiht sich Baum an Baum. Aber diese Sauberkeit und Sicherheit (man kann problemlos alles essen und Eiswürfel trinken usw) hat ihren Preis. So unterscheiden sich auch die Lebenshaltungskosten zu den anderen Ländern ringsum um ein vielfaches – sofern man nicht die 1:5 Chance auf ein Wohnheimsplatz wahrnehmen konnte.

Endlich kann das Reisen beginnen, da in Deutschland das Semster noch läuft und das nächste erst im März beginnt habe ich meinen Rückflug natürlich erst ein wenig später gelegt, um noch etwas die fernen Länder zu begutachten.

Falls es Fragen gibt Rund um das Thema Auslandssemster in Singapur, NTU bzw. ADM, kann man sich gerne an mich wenden:
Per Mail an: mv043@hdm-stuttgart.de.

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