Auslandssemester in Australien


EMM Masterstudent Marcos Eberle verbrachte ein sechsmonatiges Auslandssemester in Gold Coast, Australien. Im Interview beantwortet er Fragen zu Sprachkenntnissen, Finanzierung, Visum und Wohnungssuche.

Wie lang warst du im Ausland?

6 Monate

Sprache des Landes

Englisch

Einschätzung deiner Sprachkenntnisse vor Antritt deines Aufenthalts

Gut, aber deutlich schlechter als jetzt – Schulenglisch eben. Durch den Auslandsaufenthalt gab es bei mir eine deutliche Verbesserung des fachspezifischen Englisch, sowie des daily smalltalk.

Wie bist du an den Platz gekommen?
Über das Internet und Gostralia (eine Organisation, die bei Auslandssemestern in Australien und Neuseeland hilft).

Wie lange vorher hast du angefangen zu planen?

1 Semester. Das reicht locker für die Organisation. Das wichtigste war für mich den Antrag für das Auslandsbafög rechtzeitig zu stellen. Will man jedoch eine Förderung vom DAAD muss man früher dran sein.

Wo hast du dich informiert? Wie hast du dich vorbereitet?

Internet, Gostralia, AAA. Ich wollte in ein englischsprachiges Land und raus aus Europa, da bin ich ziemlich schnell auf Australien gekommen. Dann habe ich online nach Unis gesucht, die mich interessieren könnten. Damit bin ich dann zu Gostralia und die haben mir weitere Informationen zum Ablauf und der Bewerbung gegeben.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten?

Also billig ist was anderes. Wohnen und Lebensmitel sind in Australien eigentlich genauso teuer wie hier, die Miete wird jedoch in der Regel wöchentlich bezahlt (bei mir waren es 160AUD in der Woche). Ich hab mir zusammen mit einem Kollegen ein Auto gekauft, für ca. 3000AUD (wir konnten es nach 6 Monaten zum gleichen Preis wieder verkaufen). Die Spritpreise sind regional sehr unterschiedlich, an der Küste und in größeren Städten aber ungefähr halb so hoch wie hier. Im Outback kann man aber schnell auch mal 2-3AUD für den Liter zahlen. Außerdem haben die Autos alle ziemlich große Motoren und brauchen dementsprechend eine Menge Sprit. Das Land ist riesig und wir sind in den 6 Monaten ca. 25000km gefahren. Dafür kann man überall super campen und spart sich so die Übernachtungskosten. Wer nicht so viel fahren will, es gibt auch günstige Inlandsflüge.


Die Uni ist auch relativ teuer. Hier zahlt das Bafög-Amt jedoch bis zu 4600€ pro Semester, die man nicht zurückzahlen muss, genau wie den Flugzuschuss von bis zu 500€ pro Strecke. Zudem gibt es einen Auslandszuschuss, für Australien sind das 85€. Der kommt aufs normale Inlandsbafög obendrauf, ganz egal wie hoch das ist. Ich kann an dieser Stelle jedem nur empfehlen, einen Antrag auf Auslandsbafög zu stellen, auch wer kein Inlandsbafög bekommt. Die Berechnungssätze sind hier verschieden und die Freibeträge höher.


Ansonsten empfiehlt sich der Wassersport, die Strände sind fantastisch und das Meer ist für jeden umsonst und gebrauchte Surfbretter gibt’s schon für 200-300AUD.

Wie hast du den Aufenthalt finanziert?

Ich hatte schon länger vor in meinem Masterstudium nochmal ein Semester ins Ausland zu gehen. Mit diesem Wissen habe ich 2008 ziemlich viel gearbeitet und auch einiges gespart. Zudem hat mir natürlich das Auslandsbafög extrem geholfen.

Wo hast du gewohnt? Wie hast du deine Unterkunft gefunden?

In Australien fangen die Leute sehr jung an zu studieren, daher gibt es an jeder Uni Wohnheime mit Rundumversorgung. Für mich kam das jedoch nicht in Frage. Ich habe die ersten Tage in Australien im Hostel gewohnt und mir über Zeitungsinserate ein Zimmer gesucht. Gewohnt habe ich mit 2 Japanerinnen, einer Australierin und einem Neuseeländer. Die Australier ziehen gern und oft um, daher ist es kein Problem kurzfristig eine Wohnung zu bekommen und dort nur ein paar Monate zu bleiben. Nach Ende des Semesters war ich noch 2 Monate in Australien. Da habe ich die Wohnung aufgelöst und im Auto, Zelt oder hin und wieder im Hostel geschlafen.

Wie lief die Visumsbeschaffung ab?

Da geht’s nur darum Geld zu bezahlen. Das Studentenvisum kann man online beantragen und bekommt es per Email zugeschickt. Dafür wollen sie aber auch satte 450AUD haben.

War alles so, wie du es dir vorgestellt hast? Was war anders?

Für mich waren es 6 spannende und vielseitige Monate, in denen ich viel erlebt und gelernt habe. Ob ich es mir so oder anders vorgestellt habe kann ich gar nicht mehr sagen. Ich glaube, ich hatte weder Vorstellung noch Erwartungen. Das kann ich auch nur empfehlen: organisiert so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Es kommt sowieso alles anders – und zwar besser!

Gab es Probleme vor dem Antritt deiner Reise? Hast du Tipps für Andere, die dasselbe vorhaben?

Organisiert euch eine Kreditkarte, mit der ihr überall kostenlos abheben könnt (für Studenten gibt’s die z.B. bei DKB oder Barclays kostenlos).