Auslandssemester in Ecuador


Stefanie Braun verbrachte ihr Sommersemester 2009 an der Universidad Técnica de Ambato (UTA) in Ambato, Ecuador. Im Interview berichtet Sie von der Vorbereitung und ihren Erfahrungen vor Ort.Wie lange warst du im Ausland?

Wie lange warst du im Ausland?

5 Monate Studium + 2 weitere Monate

Sprache des Landes

Spanisch

Einschätzung deiner Sprachkenntnisse vor Antritt deines Aufenthalts

Europ. Kompetenzstufe A2-B1

Ich konnte langsam und deutlich gesprochenen Unterhaltungen folgen, wenn über Themengebiete gesprochen wurde, die mir bekannt waren. An Gesprächen konnte ich nur mit kurzen Sätzen beteiligen wenn ich direkt angesprochen wurde und mir das Themengebiet bekannt war.

Wie bist du an den Platz gekommen?

Die UTA ist Partnerhochschule der HdM. Nach kurzer Nachfrage im AAA wurde mir ein Studienplatz in Ecuador zugesichert. Es gibt offensichtlich keinen allzugroßen Andrang für Auslandssemester in Ecuador und die Partnerschaft der Schulen erleichterte mir Vieles bei der Organisation.

Wie lange vorher hast du angefangen zu planen?

Ca. 1 Jahr vor der Abreise begann ich mit der Informationssuche und der Bewerbung um ein Stipendium.

Wo hast du dich informiert? Wie hast du dich vorbereitet?

Über das Land informierte ich mich vor allem im Internet, in Kulturbüchern und Reiseratgebern. Außerdem erhielt ich über das AAA eine Kontaktperson, die in der Verwaltung der UTA arbeitete und mir Informationen und die nötigen Papiere schickte. Auf der Website der UTA konnte ich nur Allgemeines über die Hochschule, aber kaum Konkretes über meinen dortigen Studiengang erfahren. Eine Studentin, die im Semester vor mir (allerdings in einem ganz anderen Studiengang) an der UTA war, gab mir schließlich noch einige nützliche Tipps.

Wie hoch sind deine Lebenshaltungskosten?

Die Lebenshaltungskosten in Ecuador sind deutlich niedriger. Lebensmittel, Verkehr und Miete kosten nur einen Bruchteil der deutschen Preise. Ein Mittagsmenü im Restaurant mit Suppe, Hauptgang und frisch gepresstem Saft kostete gerade einmal $1,50 – $3, eine Busfahrt durch das gesamte Stadtgebiet von Ambato $0,18 und eine Stunde im Überlandbus ca $1. Für die Miete bezahlte ich $150, was im Vergleich zu meinen Kommilitonen sogar recht viel war.

An den Wochenenden und in meiner Freizeit unternahm ich aber sehr viel und benötigte deshalb monatlich fast so viel Geld wie ich auch in Deutschland normalerweise ausgebe. Vor allem Touristenattraktionen waren relativ teuer.

Wie hoch sind deine Lebenshaltungskosten?

Die Lebenshaltungskosten in Ecuador sind deutlich niedriger. Lebensmittel, Verkehr und Miete kosten nur einen Bruchteil der deutschen Preise. Ein Mittagsmenü im Restaurant mit Suppe, Hauptgang und frisch gepresstem Saft kostete gerade einmal $1,50 – $3, eine Busfahrt durch das gesamte Stadtgebiet von Ambato $0,18 und eine Stunde im Überlandbus ca $1. Für die Miete bezahlte ich $150, was im Vergleich zu meinen Kommilitonen sogar recht viel war.

An den Wochenenden und in meiner Freizeit unternahm ich aber sehr viel und benötigte deshalb monatlich fast so viel Geld wie ich auch in Deutschland normalerweise ausgebe. Vor allem Touristenattraktionen waren relativ teuer.

Wie hast du den Aufenthalt finanziert?

DAAD-Stipendium
(Semesteraufenthalte für Masterstudiengänge) und Bafög.

Wo hast du gewohnt? Wie hast du deine Unterkunft gefunden?

In der Gastwohnung des Rektors. Diese Unterkunft wurde mir von der Hochschule vermittelt und die Auslandsstudenten des vorherigen Semesters waren auch schon in dieser Wohnung untergekommen. Studentenwohnheime wie in Deutschland gab es in Ambato nicht.

Wie lief die Visumsbeschaffung ab?

Die Visumsbeschaffung war problemlos. Ein Antrag mit den Standardunterlagen wie ärztlicher Bescheinigung, Führungszeugnis sowie einem Einladungsschreiben der UTA reichte aus, um ein Studentenvisum mit neunmonatiger Gültigkeit zu erhalten.

War alles so, wie du es dir vorgestellt hast? Was war anders?

Obwohl ich mich intensiv vorbereitet hatte kam vieles anders, als ich es mir vorgestellt hatte,z.B. waren meine Sprachprobleme deutlich größer als erwartet. Vor allem, weil es an meiner Fakultät niemanden gab, der mit mir auf Englisch sprechen konnte. Nicht einaml die Professoren sprachen jemals auch nur ein Wort Englisch mit mir. Außerdem war ich die einzige Auslandsstudentin an der Universität und die erste Auslandsstudentin an meiner Fakultät, dementsprechend gab es gerade anfangs sehr viel zu organisieren.

Obwohl ich wusste, dass das Ausbildungssystem anders ist, war mir nicht klar, welche Auswirkungen dies für mich haben würde. Anwesenheitspflicht und tägliche Hausaufgaben, die die Noten beeinflussten waren nur einige davon.

Auch außerhalb der Uni war vieles anders. Da ich vorher nie in Südamerika war, hatte ich nur theoretisches Wissen über die Kultur und Lebensweise der Ecuadorianer. Ich war überrascht, wie viele Indigenas mit traditioneller Kleidung gerade in Ambato anzutreffen waren. Auf der anderen Seite gab es hier aber unglaublich wenige „Gringos“ (Nordamerikaner oder Europäer). Ich war also die „Ausnahme“ und wurde sehr oft im Bus, auf dem Markt oder in der Stadt neugierig angesprochen und auf der Straße ständig von wildfremden Leuten gegrüßt. Besonders lustig war das am Anfang, als ich noch so große Probleme mit der Sprache hatte.

Anfangs fühlte ich mich sehr unsicher und wurde auch ständig von den Ecuadorianern vor „mala gente“ – also Leuten mit bösen Absichten – gewarnt. Dass ich zusätzlich dazu in vielen Situationen nicht wusste, wie ich mich zu verhalten hatte, oder wie die Dingen funktionierten, machte es auch nicht gerade leichter. Selbst das Bus fahren (ohne irgendwelche Fahrpläne) wurde zur Herausforderung. Mit der Zeit lernte ich viel, konnte mich in den meisten Situationen gut zurechtfinden und war auch in der Lage, mehr Spanisch zu verstehen. Es stellte sich heraus, dass man in Ecuador zwar gut auf sich aufpassen muss, mir aber oft – gerade von Ecuadorianern selbst – einfach zu viel Angst eingeredet wurde. Ich fing an mich hier richtig wohl zu fühlen und lernte in Ecuador vor allem viele nette und hilfsbereite Menschen kennen.

Zum Land selber kann man nur sagen: „Wow! Das hab ich schon mal auf einem Foto gesehen, aber in echt ist es noch viel besser!“ Die Landschaften sind unglaublich abwechslungsreich und wunderschön: Pazifikküste, Andenhochland, Dschungel und Galapagos – und das alles in einem so kleinen Land!

Gab es Probleme vor Antritt der Reise? Hast du Tipps für Andere, die dasselbe vorhaben?

Vor Reiseantritt gab es keine besonders großen Probleme. Wie erwartet stellte sich heraus, dass man mit Südamerikanern gerade beim vorbereiteten Schriftverkehr viel Geduld braucht. Mit etwas Beharrlichket schaffte ich es aber dennoch all meine Stipendien- und Visumsanträge fristgerecht abzugeben. Auf Dinge wie die Wohnungssuche oder Auswahl meiner Vorlesungen wurde entweder erst in letzter Sekunde konkret eingegangen, oder sie wurden erst vor Ort erledigt. Da man mir dabei aber schließlich doch noch half, gab es aber keine größeren Probleme. Ich schätze, dass gerade wir Deutschen meistens versuchen, alles im Voraus genaustens zu planen und uns in jeglicher Form abzusicher. Es spricht sicher auch nichts dagegen, einen „Notfallplan“ zu haben oder sich vorzubereiten. Wer aber für länger als einen Urlaub in Ecuador bleiben möchte, sollte sich – nur um nicht verrückt zu werden – ein bisschen auf die dortige „Spontaneität“ einlassen. Indem man genau überlegt und lernt, wann deutsche Genauigkeit und wann ecuadorianische Gelassenheit angebracht sind, kann man sicher einige Situationen nervenschonender und besser meistern. Ich zumindest hätte in meiner Vorbereitungszeit etwas mehr von dieser inneren Gelassenheit gebrauchen können.

Kontakt

E-Mail: Stefanie Braun