Auslandssemester in Kalifornien


EMM-Studentin Evelyn Lentz studiert seit dem Wintersemester 2011/2012 an der University of California, Berkeley Extension. Im Interview berichtet sie von der Planung und Finanzierung ihres Auslandsaufenthalts.

Wie lange warst du im Ausland?

Insgesamt sind es 10 Monate

Sprache des Landes

Englisch

Einschätzung deiner Sprachkenntnisse vor Antritt deines Aufenthalts

Fließend

Wie bist du an den Platz gekommen?

Über das AAA und Fulbright an der Uni habe ich mich selbst beworben. Fulbright bietet im Übrigen verschiedene Stipendien an.

Wie lange vorher hast du angefangen zu planen?

Mit der Bewerbung um das Stipendium ca. 1 Jahr

Wo hast du dich informiert? Wie hast du dich vorbereitet?

AAA, Fulbright Online, Internetrecherche (vor allem für die Wahl der Uni)

Wie hoch sind deine Lebenshaltungskosten?

Nicht gerade niedrig…
Monatlich: Miete: US$820, Verkehrsmittel: US$60, LEBEN: min. US$1000
Ausgaben für die Uni (gesamter Zeitraum): ca. US$12000

Wie finanzierst du den Aufenthalt?

Ich finanziere mich über das Fulbright Stipendium und mein Erspartes. (Alles :-))

Wo wohnst du? Wie hast du deine Unterkunft gefunden?

Craigslist!
Ich habe mich nach kurzer Zeit entschieden nicht in Berkeley zu wohnen, sondern in San Francisco – und auch weites gehend meine Kurse hier in der Stadt zu besuchen. Einfach, weil ich näher am Meer wohnen wollte ! Habe das bisher auch keinen Tag bereut… Die WG, in der wohne, liegt zwischen dem Golden Gate Park, der Golden Gate Bridge und dem dem Ocean Beach – Location also ein Traum. Die Wohnung an sich für europäische Verhältnisse viel zu teuer, und in San Francisco doch noch eine der Billigsten. In Deutschland würde ich lachen, wenn mir jemand eine solche Wohnung zu diesem Preis anbieten würde. Aber da hab ich natürlich auch das Meer nicht vor der Tür.

Wie lief die Visumsbeschaffung ab?

Für Amerika üblich – eher aufwändig. Aber dank Fulbright hielt es sich in Grenzen (vor allem auch die Kosten) Alle Informationen dazu findet man online. Ich war mit einem J1 Visum drüben – aber auch hier informiert die Organisation Fulbright und das Institute of International Education rechtzeitig wirklich ins Detail!

War alles so, wie du es dir vorgestellt hast? Was war anders?

Alles was in einem Auslandssemester an Erfahrungen auf einen einprasselt, lässt sich schwer in wenigen Worten zusammenfassen – aber ein paar Dinge sollen gesagt sein!

UNI

Da ich mit dem Master ja schon (fast) fertig war – und keine Punkte mehr brauchte – bin ich froh, dass es hier mit einem „Certficate Program“ geklappt hat – das Zertifikat habe ich zusätzlich zum Master. (und es ist auch nicht so teuer wie ein Graduate Studium ;)) Es wäre ohne Fulbright nicht denkbar gewesen hier zu studieren – Natürlich wird aber mit dem Stipendium auch etwas erwartet. Zum Glück war es bisher aber durchaus machbar dem zu entsprechen.

LEBEN

San Francisco ist eine tolle Stadt – hat ja den Ruf die „europäischste Stadt Amerikas“ zu sein. Das macht sie für mich wahrscheinlich so attraktiv – ich bin ein großer Europa-Fan. Die Stadt biete viele Cafes, wirklich spannende und diverse Neighbourhoods, überall Wasser, viel Kultur … und sie ist einfach sehr schön!! Das Gefühl mit Geld umzugehen ist irgendwo auf der Strecke geblieben – aber man passt sich dem kalifornischen Lebensstil ja einfach an. :)
Ich habe hier einige Locations und Dinge gefunden, die ich unglaublich schön und toll finde…

PROS

1. Die Golden Gate Bridge überqueren – vor allem mit dem Rad! Macht jedes Mal aus Neue Spaß und man hat einfach ne tolle Aussicht!
2. Cable Car – mein Fortbewegungsmittel zur Uni ! :) Die Hügel der Stadt geben nicht nur n tolles Stadtbild ab – sondern es macht auch noch echt Spaß drüber zu fahren!! – mit Cable Car (oder Auto)
3. Das Meer – Wie immer und überall – ein Traum. Nur bisschen frisch, leider. Baker Beach ist mein Favorit – mit Blick auf die Bridge :)
4. In Cafes sitzen und Leute beobachten… das macht zwar in jeder Stadt Spaß – aber falls mal jemand von euch hier her kommt: Cafe Nook ist das Beste :)
5. Die Bucht – Das Schönste an San Francisco ist ja einfach, dass sie von 3 Seiten von Wasser umgeben ist. Die Bucht ist einfach richtig schön, eine Bootsfahrt ist es echt wert – und der Blick auf Alcatraz einfach umwerfend.
6. Unterschiedliche Neighbourhoods – San Francisco ist einfach mehr eine internationale Stadt als eine amerikanische – für mein Gefühl – von Chinatown über Japantown und Little Russia bis zu Little Italy kann man an wenigen Tagen eine kulturelle und kulinarische Reise machen…
7. Toleranz – wird in San Francisco einfach größer geschrieben als in vielen anderen Teilen Amerikas… Sei wie du sein willst.. Das bringt sehr viel Lockerheit mit sich – aber natürlich auch viele Freaks J (Das gilt auch für Berkeley insbesondere). Die Leute sind sehr offen und welcoming, was ein „Ankommen“ und sich wohlfühlen – aber auch die Sprachverbesserung – deutlich einfacher macht!!
8. Kalifornien – an sich – hat einfach so unglaublich viel zu bieten: Erst mal natürlich SONNE, Schöne Strände, Wine Countries, umwerfende National Parks wie zB Yosemite, Skigebiete (!!!) – Lake Tahoe, Wüste…
Es gab auch ein paar Dinge, die ich nicht so umwerfend fand – wie überall…

CONS

1. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist in den USA (vermutlich v.a. in Kalifornien) einfach oft sehr groß und das finde ich manchmal etwas schwer anzunehmen/zu sehen. Aber das ist ein weites Feld und deswegen lasse ich es bei der Aussage – wen meine Meinung hier interessiert, darf sich gern mal mit mir auf n Glas Wein treffen, wenn ich wieder zurück bin.
2. Food: Zum Glück ist Kalifornien und vor allem San Francisco da echt ein bisschen anders (internationaler)- aber amerikanisches Essen — mag ich einfach nicht.
3. Regeln – Es gibt für alles immer Regeln und Schilder und Strafen und und und… manchmal habe ich das Gefühl, dass den Menschen eigenes Denken nicht zugetraut wird. Und ich finde es manchmal ein wenig stillos, den guten Wein in Plastikbecher umfüllen zu müssen, um am Strand ein Glas trinken zu können :)
4. Gesundheitssystem – auch ein weites Feld, aber dazu nur kurz: Versichert euch! Wenn ihr hier her kommt, schadet eine Zusatzversicherung beim besten Willen nicht. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen werde, aber: „Besser eine Versicherung mehr als eine zu wenig!“ Sonst wird das ganz schnell teuer. Sehr teuer.
5. Sicherheit – Es ist einfach ne andere Nummer. Das lass ich mal so stehen.

Gab es Probleme vor Antritt der Reise? Hast du Tipps für Andere, die dasselbe vorhaben?

Vor der Reise gar nicht – wie gesagt: Fulbright :-)

Nehmt euch das mit einer Zusatzversicherung zu Herzen und legt das Gefühl „zu viel Geld auszugeben“ so schnell wie möglich ab. Man tut es sowieso und dann sollte man es lieber auch genießen. Es wartet ja ein toller Job in der Branche auf uns, wenn wir wieder kommen. ;)

Kontakt:

E-Mail: evelynlentz@web.de