Digital Detox als Medienmaster – geht das? 

Digitale Geräte sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Egal ob mit dem Handy, Laptop oder Tablet, auf Facebook, Instagram oder WhatsApp – wir sind always on. Die Deutschen nutzen audiovisuelle Medien bereits mehr als neun Stunden täglich (Vaunet, 2018). Bei einer Studie der Technischen Universität Wien und der Arbeiterkammer NÖ schauten die Teilnehmer durchschnittlich 84 Mal pro Tag auf ihr Handy (TU Wien, 2018).

Medienstudenten und ihre Mediennutzung

Es ist durchaus wahrscheinlich, dass dieser Wert bei uns Medienstudierenden noch höher liegt. Eine unserer Professorinnen machte uns letzte Woche darauf aufmerksam, wie wenige Menschen auf dem Weg zwischen der HdM und der nächsten S-Bahn Haltestelle zu sehen sind, die keine Kopfhörer in den Ohren haben oder mit ihrem Handy in der Hand herumlaufen. Ja, das ist wirklich auffallend. Aber ist das, gerade an diesem Ort, nicht auch zu erwarten? Schließlich sind Medien unser Job. Wir lieben genau das – sonst hätten wir uns nicht für einen Beruf in der Medienbranche entschieden. Wir brennen für Social Media, für die Digitalisierung und alles, was dazugehört.

Medien als Dauerbegleiter

Doch wenn wir ganz ehrlich sind, dann ist es manchmal auch anstrengend nach einer Stunde auf das Handy zu schauen und wieder 45 neue Nachrichten zu haben, ständig auf der Suche nach dem perfekten Spot für den nächsten Instagram-Post zu sein und dauerhaft Angst zu haben, etwas wichtiges zu verpassen. Entgeht uns durch unsere exzessive Mediennutzung nicht manchmal auch das echte Leben?

Trend Digital Detox

Genau aus diesem Gefühl heraus ist der Trend zum Digital Detox entstanden. Während diesem digitalen Fasten verzichtet eine Person während einer bestimmten Zeitspanne auf die Verwendung elektronischer Geräte. Die Zeitspanne kann dabei beispielsweise drei Wochen am Stück oder auch täglich ein paar Stunden umfassen. Dabei ist das vorrangige Ziel Stress zu reduzieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – im Beruf und im Privatleben.

Ein Selbstversuch

Ist es als Medienstudent überhaupt möglich Digital Detox zu betreiben? Eine Woche lang habe ich probiert mein Handy ab 19 Uhr nicht mehr zu nutzen. Eines gleich vorneweg: es ist schwerer als gedacht. Und das nicht etwa, weil private Unterhaltungen oder die Social Media Nutzung zu kurz kamen, sondern vielmehr, weil mich wichtige Informationen, beispielsweise zu bevorstehenden Abgaben, erst am nächsten Morgen erreichten. Dennoch hatte der Detox-Abend auch etwas Positives: Ich konnte mich voll und ganz auf meine zu erledigenden Aufgaben konzentrieren oder den Abend entspannt auf dem Balkon ausklingen lassen, ohne dabei ständig abgelenkt zu werden.

Mein Fazit

Digitale Medien sind nicht nur in unserem Job, sondern auch in unserem Leben ein wichtiger Bestandteil. Dennoch tut es auch als Medienstudent manchmal gut das Handy wegzulegen und die echte Welt ganz ohne Ablenkung zu genießen – zumindest für ein paar Stunden am Tag.