Dir fehlen noch 5 ECTS für das kommende Semester? Du bist noch auf der Suche nach einem spannenden Projekt mit viel Praxisbezug? Dann solltest Du jetzt auf jeden Fall weiterlesen! Denn wir stellen Dir ein interessantes Projekt vor, das nicht nur Theorie und Praxis vereint, sondern sich außerdem mit einem hochaktuellen Thema beschäftigt, das die Zukunft bildlicher Darstellung revolutionieren könnte.

 

Gewöhnliche Monitore, wie wir sie auch zu Hause haben, können nur einen begrenzten Farbraum widergeben. Ein Großteil der Farben wird nicht so dargestellt, wie er in Wirklichkeit aussieht. Neue Displaytechnologien machen es jedoch möglich, durch einen erweiterten Farbraum (Rec. 2020) Farben dazustellen, die im herkömmlichen Rec. 709 TV-HD-Standard nicht darstellbar sind.

Das zentrale Erkenntnisinteresse des Projektes namens „Wide Gamut Studie“ unter Leitung von Frau Prof. Katja Schmid, besteht in der Frage, welchen Mehrwert dieser erweiterte Farbraum bietet und welche Konsequenzen diese Innovation für die Produktion kreativen Contents mit sich bringt. Zudem soll erforscht werden, in welchen Bereichen ein Einsatz des erweiterten Farbraums sinnvoll ist und in welchem Kontext er vielleicht sogar negative oder kontraproduktive Auswirkung auf die Wahrnehmung des Betrachters haben könnte.

 

Hier seht ihr im direkten Vergleich, inwieweit sich Bilder im Rec. 709 Farbraum (heutiger Displayfarbraum) und im Rec. 2020 (hier nur eine Simulation) optisch unterscheiden.

 

Das besagte Projekt hat bereits im Wintersemester 2016/17 begonnen. Im vergangenen Semester haben die Studenten verschiedene Bildserien produziert, die im kommenden Semester die Grundlage für eine Wahrnehmungsforschung bilden sollen. Die Studenten haben hierfür insbesondere Bildmotive ausgesucht, die von dem neuen Farbraum profitieren könnten (z.B. Kosmetik oder auch Kleidung). Auch im Naturkundemuseum wurde nach spannenden Fotomotiven (z.B. farbenfrohe Vögel – siehe Titelbild)  gesucht.

Im Laufe des Workflows wurden hierbei unterschiedliche Geräte eingesetzt – darunter auch ein sogenanntes Spektrometer. Dieses Gerät kann beispielweise zur Messung der spektralen Verteilung des Lichts, zur Kalibrierung des Monitors und zur Messung von Farbwerten der einzelnen Fotoobjekte eingesetzt werden. So kann mithilfe des Spektrometers unter anderem bestimmt werden, ob ein Objekt Farbanteile besitzt, die außerhalb des Rec. 709-Farbraums liegen.

 

 

 

Die im Wintersemester produzierten Bildserien sollen im kommenden Semester dann Probanden vorgeführt werden, um die Wirkung des Rec. 2020 Farbraums hinsichtlich Attraktivität, Objekterkennung und Blicklenkung erforschen zu können. Mithilfe eines Eye-Trackers soll außerdem geprüft werden, ob die Blickrichtung und die Aufmerksamkeit der Probanden mithilfe des erweiterten Farbraumes beeinflusst werden kann. Bleiben bestimmte Fotoobjekte dank des neuen Farbraums stärker im Gedächtnis des Betrachters haften?
Falls eine Beeinflussung möglich ist, hätte dies gravierende Auswirkungen auf die gesamte bildliche Darstellung und die Produktion kreativen Contents – eine sehr attraktive und vielversprechende Möglichkeit etwa für die Werbe- oder auch die Filmbranche.

Das Projekt bietet also nicht nur die Möglichkeit, sich auf theoretischer Ebene mit den technischen Aspekten von Kamerasensoren oder der Farbwiedergabe auf Monitoren zu beschäftigen, auch der praktische Anteil kommt hier keinesfalls zu kurz. Das Projekt bietet auch für die technisch weniger Interessierten unter Euch zahlreiche spannende Ansatzpunkte, so z.B. im Bereich der Wahrnehmungsforschung.

Bist Du neugierig geworden? Dann findest Du hier weitere Informationen zum Projekt.

 

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:
253501a Forschungsprojekt 1
Wann? Dienstags, 14.15 – 15-45 Uhr
Kick Off: 21.03.2017, Raum S202