„Driven by Dreams“
Der Porsche Brand Store mit Medienkompetenz eines HdM-Absolventen

Tesla geht, Porsche kommt – Das Dorotheen Quartier, unweit des Karlsplatzes in Stuttgart, hat seit Oktober 2022 ein neues Aushängeschild. In dem modernen Einkaufs-Areal mit zahlreichen gehobenen Einzelhändlern präsentiert sich nun auch das Unternehmen Porsche mit einem besonderen Konzept.

Der Brand Store „Porsche Driven by Dreams“ richtet sich nicht nur an (zukünftige) Porschefahrer:innen, die sich hier ihr Fahrzeug per Virtual-Reality-Anwendungen konfigurieren können, sondern vor allem auch an diejenigen, die sich einfach für die Marke und Vision von Porsche begeistern. Sei es nur, um sich bei einem Kaffee wortwörtlich abgefahrene Ausstellungsstücke und Kunstinstallationen auf mehr als 300 Quadratmetern Fläche anzusehen oder um limitierte Porsche-Design-Artikel zu erwerben. Auch regelmäßige Events finden statt.

„Träumer gibt es viele. Aber nur diejenigen, die sie ambitioniert verfolgen, werden sie wahr werden lassen.“
So bringt es der Teaser auf der Website des Porsche Brand Stores auf den Punkt.

In gewisser Weise hat hier auch die HdM die Finger im Spiel:

Der ehemalige HdM-Student Julian Bossert ist für die Social-Media-Kommunikation des Porsche Brand Stores verantwortlich, zusammen mit seinem damaligen Kommilitonen Florian Roser von Roserbrothers.
Julian hat 2011 seinen Bachelor in Werbung und Marktkommunikation an der HdM abgeschlossen und nach ein paar Jahren Berufserfahrung den Master in Unternehmenskommunikation, ebenfalls an der HdM, draufgesetzt.

Julian war schon immer medienbegeistert und findet das Thema Werbung super interessant, weil Werbung auch Kunst mit Wirtschaft verbinde. Der künstlerische und kreative Aspekt rückte immer mehr in Julians Fokus, nachdem er damals nach einiger Zeit als Werbetexter gemerkt hatte, dass Social Media langsam Fahrt aufnahm und ein großes Ding wird. Nachdem er zahlreiche Praxiserfahrungen in Werbeagenturen gesammelt hatte, spezialisierte er sich in Richtung digitale Kampagnen und Konzeption. Nach Stationen wie Jung von Matt und Oddity, führte ihn der Weg zurück zur HdM.

Warum bist du zurück zur HdM, um den Master zu machen?

„Ich hab irgendwann den Punkt gefunden, wo ich gesagt habe, ok, jetzt bin ich die ganze Zeit am Arbeiten, nur ich lerne irgendwie nichts Neues. Aber der Weg zur HdM ist nicht weit und man weiß, was man bekommt. Ich hatte eigentlich schon immer Bock, das was ich mache, weiterzugeben. Wenn ich irgendwann doch in die Lehre gehen wollen würde, dann braucht man halt den Master. Es gab aber sehr viele Faktoren, die da zusammengespielt haben. Einerseits nicht aufhören wollen zu lernen, aber auch die Studentenzeit war etwas sehr Cooles und ich dachte, wenn ich das noch mal mitnehmen kann, dann mache ich das auf jeden Fall.“

Wie bist du zu der Tätigkeit für den Porsche Brand Store gekommen?

„Die Geschichte fängt eigentlich schon im Masterstudium an. Ich hatte einen Dozenten, der kam von Daimler und hatte bei Prof. Eichsteller Impulsvorträge zum Thema Social Media, Influencer, Marketing gegeben. Das hat mich absolut gecatcht, das fand ich cool und neuartig. Ich habe dem Gastdozenten dann klargemacht, dass ich das super interessant finde und Bock darauf hätte, bei ihm die Masterthesis zu schreiben. Dann bin ich wirklich dazu gekommen, dass ich meine Masterthesis bei Daimler schreiben konnte. Damit hatte ich den ersten Fuß in der Automobilbranche in der Tür. Ich hab dann auch viel Instagramm gemacht und neue Leute kennengelernt und connected. Das lief so gut, dass auch Marken aufmerksam geworden sind. Nach dem Master bin ich zu der Brand & Retail Company Liganova geraten und war da ausschließlich für den Bereich Automotive tätig. Anschließend habe ich mich selbstständig gemacht. Nach dem Studium sind auch gute Kollegen zu Porsche gegangen, die mich und mein Kompetenzprofil kannten und dachten, das was Julian kann, passt perfekt für den Porsche Brand Store.“

Was ist der Grundgedanke des Stores und welche Herausforderungen gibt es dabei?

„Porsche möchte die Marke erlebbar im Raum und für alle zugänglich machen. Dabei wird sehr der Traum von einem eigenen Porsche gespielt. Das geht auch zurück auf den Gründer Ferry Porsche, der einen Sportwagen haben wollte, aber es war bei den Autohäusern nie so einer dabei, wie der, von dem er geträumt hatte. Also hat er ihn sich selber gebaut. Das steckt auch stark in dieser Marke drin. Anders als bei einem Pop-Up-Store gibt es immer wieder neue Kampagnen, interaktive Erlebnisse und Events.
Der Content-Prozess startet mit einer Strategie und Konzeption – Was bringt die Leute in den Laden, welche Benefits (Events, Informationen, usw.) gibt es? Nach bestimmten Kriterien findet dann für die Social Media Posts ein Shooting des kompletten Contents des Stores und der Events statt. Das reicht von Shots von großen Räumen bis Detailshots, wo kleine Geschichten über Fahrzeuge, etc. erzählt werden sowie die Begleitung von Events.“

Was gefällt dir an deinen Aufgaben am besten?

„Wenn du deinem 15-jährigen Ich sagen würdest, ich gehe jetzt heute für Porsche raus und shoote mit Promis, wäre der safe ausgeflippt. Das machen zu können, ist sehr cool.“

Was zeichnet HdM-Absolvent:innen deiner Meinung nach aus und welchen Benefit haben Unternehmen?

„Was die HdM und die Absolvent:innen sehr gut machen, ist das Interdisziplinäre. Nicht nur in einer Kiste zu denken, sondern auch nachher verschiedene Verknüpfungen herzustellen. D.h. nicht nur sagen zu können, man hat etwas über Social Media und CRM gelernt, sondern man weiß, dass eine Produktion viel mehr Aufwand mit sich zieht, weil man bereits das und das gemacht hat. Buchhalterisch gedacht, sollte man bis da und da genau diese Kosten haben. Das ist ein Skill, den man auf jeden Fall sehr gut mitnimmt.“

Was ist dir an deinem Masterstudium besonders positiv in Erinnerung geblieben?

„Der Master hat mir zu großen Teilen netzwerkmäßig etwas gebracht. Bei so vielen interessanten Leuten, auch was Gastdozenten & Co. anbelangt, auf kleinem Raum, hat man einfach so coole Chancen, in bestimmte Bereiche reinzukommen, wo man sonst nicht hinkommen würde.“

Hast du abschließend noch Ratschläge für jetzige HdM-Studierende?

„Engagement mitbringen, eine gewisse Neugier und mit der Materie auseinandersetzen, die man vorfindet – das öffnet die Türen in Unternehmen!“

Ausblick

Die beiden HdM-Absolventen werden 2023 erneut durchstarten und eine Company gründen, die sich stark auf Social Content, Strategie und Konzept fokussiert.

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